So will die Mokka-Crew das Werk von Pädu Anliker weiterführen

Thun

Marc Schär ist ab sofort neuer Geschäftsführer im Café Mokka. Der 43-Jährige wird für das Booking und betriebswirtschaftliche Belange verantwortlich sein – «und den Spirit von Pädu Anliker weiterführen», wie er sagt.

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Die Trauer über den Verlust von Clubvater Pädu MC Anliker ist nach wie vor gross. Doch in den vergangenen Wochen hat sich der Verein Mokka auch intensiv mit der Zukunft des gleichnamigen Kultclubs an der Allmendstrasse in Thun auseinandergesetzt.

Nun haben die Verantwortlichen die getroffenen Entscheide dieser Zeitung exklusiv vorgestellt: Der neue Geschäftsführer des Cafés Mokka heisst Marc Schär. Der 43-jährige Berner hatte am letzten Mittwoch seinen ersten offiziellen Arbeitstag im Club und wirkt ab sofort in einem 50-Prozent-Pensum als Geschäftsführer.

In dieser Funktion wird sich Schär vor allem um betriebswirtschaftliche Belange wie Buchhaltung und Budgetierung, aber auch um die Programmierung der Konzerte kümmern.

Schär hat eine kaufmännische Ausbildung und ist seit langem im Kultur- und Eventbereich tätig. Vor 9 Jahren machte er sich selbstständig und arbeitet seither für die eigene Firma Musicline. Sie ist beispielsweise für die Organisation des Natural Sound Openair im Kiental zuständig.

«Respekt vor Anlikers Arbeit»

Nach dem Tod von Pädu Anliker Ende Oktober schrieb Schär dem Verein Mokka eine E-Mail und bot seine Hilfe an. «Es war mir wichtig, etwas zu tun, damit der Club nicht auch noch stirbt», erinnert sich der neue Geschäftsführer. «Ich verbinde mit dem Mokka viele schöne Jugenderinnerungen. Besonders im Alter von 17 bis 25 Jahren war ich sehr oft hier.»

«Ich verbinde mit dem Mokka viele schöne Jugend­erinnerungen.»Marc Schär, neuer Geschäftsführer Café Mokka

Nach der ersten Kontaktaufnahme drängte sich Schär vorerst nicht weiter auf – und wartete ab. «Wir haben Marcs Profil im Vorstand diskutiert und bald gemerkt, dass er sehr gut zu uns passt», sagt Daniel Landis, Leiter der Fachstelle Kinder und Jugend im städtischen Amt für Bildung und Sport und gleichzeitig Vertreter der Stadt im Verein Mokka. Auch Vereinspräsident Lukas Fuhrer hält fest: «Seine Erfahrungen als Booker, aber auch als Buchhalter haben den Vereinsvorstand und die Mokka-Crew überzeugt.»

Obwohl Marc Schär beruflich noch das eine oder andere umorganisieren muss, um die eigene Firma und die Mokka-Geschäftsführung unter einen Hut zu bringen, blickt er mit «grosser Vorfreude» der neuen Aufgabe entgegen.

«Seine Erfahrungen als Booker, aber auch als Buchhalter haben den Vereinsvorstand und die Mokka-Crew überzeugt.»Lukas Fuhrer, Präsident Verein Mokka über Marc Schär

Wie aber wird es mit ihm im Club weitergehen? «Ich habe grossen Respekt vor der Arbeit von Pädu Anliker und will daher seinen Spirit weiterführen und pflegen.» Auch beim Programmieren der Konzerte will Schär die bisherige musikalische und thematische Breite beibehalten – nicht zuletzt, weil er selbst musikalisch breit interessiert sei. «Zudem soll das Mokka auch weiterhin eine Plattform für junge Bands und Künstler aus der Region sein», betont er.

Unterstützt wird der neue Geschäftsführer insbesondere von Mario Schlachter, der seit 14 Jahren in diversen Funktionen im Club angestellt ist und neu als Betriebsverantwortlicher wirken wird.

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Crew ist weiterhin wichtig

Sowohl Schär als auch Lukas Fuhrer und Daniel Landis vom Verein stellen klar, dass die Mokka-Crew nach wie vor eine tragende Rolle im Club einnehme. «Die Crew hat in der Trauerphase und bei einem extrem dichten Programm den Betrieb und den Mokka-Spirit aufrechterhalten», sagt Fuhrer.

«Das Café Mokka soll auch mit den neu definierten Verantwortlichkeiten weiterhin als Kollektiv funktionieren.» Insofern sollen der Betriebsverantwortliche und der Geschäftsführer nicht zuletzt dafür sorgen, die anfallenden Arbeiten besser auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch Landis hält fest: «Der jetzige Entscheid ist ein weiterer Schritt zur Sicherung des Betriebs. Womöglich sind wir aber noch nicht beim Endzustand angelangt.»

Wie es mit den verschiedenen Betriebsgruppen – zum Beispiel für die Gastronomie, die Band­betreuung oder die Technik – weitergeht, ist derzeit noch nicht ganz klar. «Fakt ist, dass sich die Crew sehr gut selber organisieren kann», erklärt Fuhrer.

Dies habe dem Verein Mokka überhaupt erst den Freiraum ermöglicht, sich über die zukünftige Betriebsstruktur eingehender Gedanken zu machen. In ein bis zwei Monaten soll laut Fuhrer dann auch die nächste Vereinshauptversammlung folgen.

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