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Ratlosigkeit nach den Fan-Attacken

Die Stadt Thun und der FC verurteilen das Verhalten einiger Basler Fans rund um die Partie vom Samstag. Was dies fürs nächste Spiel gegen Basel bedeutet, ist aber noch offen.

Bereits während des Spiel fielen Basler-Fans negativ auf. Später griffen einige beim Bahnhof Polizeibeamte an.
Bereits während des Spiel fielen Basler-Fans negativ auf. Später griffen einige beim Bahnhof Polizeibeamte an.
Patric Spahni

Rund ein Dutzend gezündete Rauchpetarden in der Arena, ­welche einen Spielunterbruch nötig machten, und gezielte Attacken auf Polizisten am Bahnhof Thun: Einige sogenannte Basler Fans fielen am Samstag während und nach der Fussballpartie FC Thun - FC Basel negativ auf. Und so sehen sich die Direktbeteiligten schon nach dem zweiten Heimspiel der noch jungen Saison wieder mit kritischen Fragen konfrontiert.

Die Stadt und der FC Thun verschickten am Montag eine gemeinsame Medienmitteilung. Sie «verurteilen die Ausschreitungen rund um das Fussballspiel gegen den FC Basel aufs Schärfste», hiess es dort. Gleichzeitig äusserten Stadt und FC ihr Bedauern, dass die Täter «noch nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten». Hinsichtlich des Zündens von Rauchpetarden fordern Stadt und FC «eine strengere Handhabe». Hierzu bedürfe es jedoch schweizweit einheitlicher Regelungen.

Auf Anfrage äusserte sich am Montagabend auch Thuns Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) zu den Ereignissen. «Es ist mir schleierhaft, wieso es gerade diesmal wieder zu solchen Ausschreitungen kam», sagte er.

Die Stadt sei vorgängig mit den Verantwortlichen des FCB in Kontakt gestanden. Es habe keine speziellen Auflagen für die Gästefans gegeben, insofern seien die Ereignisse so nicht vorhersehbar gewesen. «Wir sind enttäuscht von diesem Verhalten, denn der Gemeinderat hat mit der erteilten Rahmenbewilligung für alle Heimspiele seinen guten Willen gezeigt», so Siegenthaler weiter.

Was die Vorfälle für das nächste Heimspiel gegen Basel in der Rückrunde bedeuten, konnte und wollte der Sicherheitsvorsteher nicht vorwegnehmen. Er meinte aber: «Solches Verhalten darf nicht unbeantwortet bleiben.»

Noch keine Festgenommenen

Bei den erwähnten Angriffen auf Polizisten am Bahnhof wurden eine Polizistin und ein Polizist leicht verletzt, zudem hatten wegen der eingesetzten Reizstoffe weitere Einsatzkräfte Beschwerden. Zu deren Gesundheitszustand sagte Kapo-Mediensprecherin Jolanda Egger: «Sämtliche Polizistinnen und Polizisten, die betroffen waren, können weiter ihrer regulären Arbeit nachgehen. Sie mussten keine unmittelbare medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.»

Die Ermittlungen zu den Ereignissen rund ums Fussballspiel seien nach wie vor im Gang. «Bislang wurden in diesem Zusammenhang keine Personen angehalten», erklärte Egger.

Der Polizei gelang es am Samstag nicht, die Angreifer «aus dem Umfeld der Basler Fans» zu stoppen. Letztere bestiegen unmittelbar nach den Attacken den Extrazug nach Basel – und verschwanden unbehelligt. War die Polizei etwa nicht ausreichend auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet?

«Nein, diese Schlussfolgerung greift zu kurz», sagte Egger. Das polizeiliche Dispositiv sei gestützt auf die Lagebeurteilung festgelegt worden. Die Angriffe seien von einzelnen vermummten Personen aus der abreisenden Gruppe erfolgt – unvermittelt und gezielt gegen Polizisten. «Selbstverständlich wird jeder Einsatz analysiert, und die gewonnenen Erkenntnisse fliessen in zukünftige Einsatzplanungen ein», blickte Egger voraus.

FCT unterstützt Ermittlungen

«Der FC Thun verurteilt die Vorkommnisse», sagte FCT-Gschäftsleitungsmitglied Joël Kissling. «Wir bedauern insbesondere, dass es zu keinen unmittelbaren Festnahmen gekommen ist.» Dem FC Thun sei es ein Anliegen, zu betonen, dass es sich bei den Übeltätern um eine kleine Minderheit handle. Man werde vonseiten des Klubs alles unternehmen, um die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen.

Eine Möglichkeit sei, die Videoaufnahmen auszuwerten. Dies sei aber eine aufwendige Angelegenheit, sagte Kissling. Zudem hätten die Krawallmacher Strategien entwickelt, um eine zweifelsfreie Identifizierung zu erschweren. Dass Rauchpetarden ins Stadion geschmuggelt worden ­seien, sei natürlich ärgerlich, sagte Kissling, «aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dies ganz zu verhindern». Der FCT, der für die Sicherheit im Stadion zuständig ist, sei aber bestrebt, die Kontrollen laufend zu verbessern.

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