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Spielzeugmuseum wird eröffnet

Am Sonntag eröffnet Edith Schönholzer ihr neues Spielzeugmuseum. Es zeigt im Kleinformat, wie unsere Vorfahren gelebt und ihre Kinder auf den Ernst des Lebens vorbereitet haben.

Edith Schönholzer mit einem Teddybären vor ihrem Spielzeugmuseum in Wattenwil.
Edith Schönholzer mit einem Teddybären vor ihrem Spielzeugmuseum in Wattenwil.
Marc Imboden

Elf Jahre lang hatte Thun ein Spielzeugmuseum, gegründet von Edith Schönholzer, Wahl-Wattenwilerin seit fast vierzig Jahren. Nachdem sie aus dem Vorstand zurückgetreten war, schloss der Betrieb an der Burgstrasse am 16. September 2017 seine Türen. Am Sonntag, also genau ein Jahr später, erlebt das Museum seine Wiederauferstehung – im alten Bauernhaus von Edith Schönholzer und Jürg Reimann.

Ein grosser Teil der Sammlung kam damit nach Wattenwil, ebenso viele Schenkungen und die reichhaltige Spielzeugsammlung aus dem Nachlass von Sonja Leuenberger aus Goldiwil. «Da mein Partner keine Möbelrestaurationen mehr macht, haben wir genug Platz, um unsere Spielzeuge auszustellen», sagt die Museumsgründerin, die durch Zufall mit dem Spielzeugvirus infiziert wurde. «Beim Verkauf eines Möbelstücks erhielten wir statt Geld einen alten Spielkrämerladen als Bezahlung. Seither habe ich den Sammelkäfer in mir.»

«Mit funktionsfähigen Küchen im Kleinformat sowie Puppen wurden die Mädchen auf ihr künftiges Dasein als Hausfrauen und Mütter vorbereitet.»

Edith Schönholzer

Edith Schönholzer fokussiert beim Sammeln nicht auf Objekte, die an Auktionen grosse Gewinne versprechen. «Es geht mir um den Reiz, den diese alten Spielzeuge auf mich und andere Liebhaber ausüben, um die Erinnerungen und Emotionen, die sie auslösen können.» Interessant sei immer auch der Kontext, in dem Spielsachen hergestellt und verschenkt wurden. «Mit funktionsfähigen Küchen im Kleinformat sowie Puppen wurden die Mädchen beispielsweise auf ihr künftiges Dasein als Hausfrauen und Mütter vorbereitet, während Knaben Baukästen erhielten, um sich bereits in jungen Jahren handwerklich betätigen zu können.»

Weitere Themenkreise sind Mode, Kasperlipuppen und Marionetten, Kinderbücher und natürlich Teddybären. Eine Gruppe dieser kuscheligen Tröster aus Kindheitstagen ist beispielsweise als Bauunternehmung gruppiert mit einem eine Krawatte tragenden Chef und seinen Arbeitern mit Schaufeln und Spitzhacken. Der Besuch im Spielzeugmuseum ist eine Reise in die Vergangenheit, fördert Erinnerungen zutage und weckt die Nostalgie.

Nicht alles ist zum Spielen

Allerdings ist nicht alles, was nach einem Spielzeug aussieht, auch für Kinderhände gemacht. «Früher stellten Schneider kleine Puppen her und bekleideten sie mit ihren Kreationen, um den Kunden ihre Kollektion näherzubringen», weiss Edith Schönholzer. Gleichermassen verfuhren Schreiner mit ihren Möbeln und Modisten mit den Hüten.

Spielzeugmuseum Wattenwil an der Mettlengasse 5: geöffnet Mittwoch und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, oder nach Vereinbarung. Museumseröffnung: am Sonntag, 14 Uhr. Kontakt: Tel. 033 356 20 82 sowie info@spielzeugmuseum-wattenwil.ch. www.spielzeugmuseum-wattenwil.ch

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