Stadt erarbeitet Strategie zur Digitalisierung

Thun

Selten gibt es im Parlament so viel Lob und Einigkeit: Ein Postulat für eine Digita­lisierungsstrategie der Stadt wurde von Gemeinde- und Stadtrat einhellig unterstützt.

Der Thuner Gemeinderat erarbeitet eine digitale Strategie für alle Bereiche der Stadtverwaltung.

Der Thuner Gemeinderat erarbeitet eine digitale Strategie für alle Bereiche der Stadtverwaltung.

(Bild: Keystone)

Digitalisierung ist das Wort der Stunde – das zeigte sich auch an der Sitzung des Thuner Stadtrats am Donnerstagabend. Dort war ein «Postulat für eine Digitalisierungsstrategie der Stadt Thun» traktandiert – eingereicht von Franz Schori (SP), Roman Gugger (Grüne), Andreas Kübli (GLP) und Mitunterzeichnenden. Schori erzählte im Stadtrat: Als er vor einigen Jahren im «Thuner Tagblatt» eine Kolumne über Digi­talisierung geschrieben habe, sei er aus seinem Umfeld gefragt worden, ob er zu heiss gehabt habe – ob er nicht über etwas Reales schreiben könne. Heute ist eine solche Reaktion kaum mehr denkbar.

Mehrwert für Bevölkerung

«Gefordert sind die Behörden unter anderem auch als Dienstleister», hielten die Postulanten in ihrem Vorstoss fest. Als Mehrwert für die Bevölkerung nannten sie etwa Onlineschalter für den unkomplizierten Bezug von Formularen und für Kontakte mit den Behörden, die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die digitale Arbeitswelt oder die effizientere Verwendung der Steuergelder durch optimierte Prozesse.

Der Gemeinderat wird aufgefordert, eine digitale Strategie für alle Bereiche der Stadtverwaltung zu erarbeiten – inklusive stadtnaher Unternehmen wie Energie Thun AG, Parkhaus Thun AG oder Verkehrs­betriebe STI. Und: «Damit der Stadtrat ebenfalls Einflussmöglichkeiten hat, sollte jährlich über die Fortschritte der Digitalisierungsstrategie Bericht erstattet werden.»

Thema für Legislaturziele

Der Gemeinderat wies in seiner Antwort auf das Postulat auf ­diverse Projekte im Bereich der Digitalisierung hin. Zwei Beispiele: Thun gehöre im Bereich der elektronischen Geschäftsverwaltung «schweizweit zu den führenden Gemeinden». Zudem werde im Kanton ein Pilot­projekt für die Einführung von «E-Umzug» vorbereitet – «die Stadt Thun ist als Pilotgemeinde an diesem kantonalen Projekt beteiligt».

Der Gemeinderat ist bereit, die Frage der Digitalisierungsstrategie zu prüfen, wenn er die Legislaturziele 2019–2022 erarbeitet. «Dabei wird der zukünftige verstärkte Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien umfassend beurteilt werden müssen.» Insbesondere sei zu prüfen, welche personellen, finanziellen und räumlichen Auswirkungen eine verstärkte Digitalisierung der Verwaltung mit sich bringen werde.

Franz Schori zeigte sich sehr angetan von der Antwort des Gemeinderats. Auch sonst gab es quer durch die Parteienlandschaft jede Menge Lob für den Vorstoss und die Reaktion der Regierung. Das Postulat wurde vom Stadtrat einstimmig angenommen.

Thuner Tagblatt

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