Stadt lässt Boden auf Schwermetall untersuchen

Thun/Allmendingen

Die Bodenanalyse eines Schrebergartenpächters ausgangs Mühlemattweg in Allmendingen förderte massive Grenzwertüberschreitungen von Schwermetallen zu Tage. Die ganze Parzelle wird nun überprüft.

Diese Schrebergartenparzelle am Mühlemattweg in Allmendingen will die Stadt nun auf Schwermetalle untersuchen lassen. In der Bildmitte ist der Pflanzblätz von Mario Riccio zu sehen, dessen Bodenprobe derart alarmierend ausgefallen ist. Foto: Patric Spahni

Diese Schrebergartenparzelle am Mühlemattweg in Allmendingen will die Stadt nun auf Schwermetalle untersuchen lassen. In der Bildmitte ist der Pflanzblätz von Mario Riccio zu sehen, dessen Bodenprobe derart alarmierend ausgefallen ist. Foto: Patric Spahni

Vor ein paar Wochen wars, als Mario Riccio den Boden auf seinem Pflanzblätz in Allmendingen umzustechen begann. Und dabei plötzlich auf verrostete Metallteile und einen verfärbten Boden stiess. Riccio wurde stutzig, nahm eine Bodenprobe und liess diese von einem spezialisierten Unternehmen unter­suchen.

Das Resultat: Die Werte für Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Zink, Kupfer oder Cadmium wurden massiv überschritten. Nur ein Beispiel: Der Richtwert für Zink liegt bei 150. Die Bodenprobe von Mario Riccios Schrebergarten ausgangs Mühlemattweg ergab aber einen Wert von 1560.

Stadt sieht sich in der Pflicht

«Das ist viel zu viel», sagt auch Thomas Zumthurm, Leiter des Thuner Amts für Stadtliegenschaften, der den Prüfbericht von Mario Riccio zugeschickt erhalten hat. «Als Landbesitzerin haben wir deshalb sofort alle anderen 24 Pächter der dortigen Schrebergärten informiert und ihnen empfohlen, vorsorglich auf den Verzehr von Lebensmitteln aus ihren Gärten zu verzichten und auch keineNeupflanzungen mehr vorzunehmen».

Das sei aber eine reine Vorsichtsmassnahme, bis bekannt sei, ob es sich um eine lokale oder flächendeckende Belastung des rund 3000 Quadratmeter grossen Grundstücks, das an den Auwald angrenzt, handle, so Zumthurm. Und er ergänzt, dass seit dem Bestehen der Schrebergärten um 1950 noch nie eine Meldung wegen Metallteilen im Boden an die Stadt gelangt sei.

Spezialfirma beauftragt

Um den Belastungsgrad abzuklären, hat die Stadt nun eine Firma beauftragt, die auch Bodensanierungen macht: «Die Spezialisten werden diesen Mittwoch an zehn verschiedenen Orten den Oberboden untersuchen sowie einen Baggerschlitz bis einen Meter unter dem Boden vornehmen und auch von dort Proben nehmen», erklärt Thomas Zumthurm das genaue Vorgehen. Die Kosten für diesen Auftrag lägen bei 5000 bis 10000 Franken.

Erste Resultate der Analyse sollen dann Anfang Mai vorliegen. Ist der Boden in Allmendingen flächendeckend belastet, ist der Fall für die Stadt klar: «Dann müssen wir den ganzen Boden sanieren», sagt Thomas Zumthurm.

Vorsorglich werde den Pächtern, die dadurch in ihrer Gartenarbeit gestört seien, der Pachtzins erlassen. «Je nachdem, was die Überprüfung ergibt, werden wir ihnen weitere Entschädigungen anbieten», erklärt Thomas Zumthurm.

Thuner Tagblatt

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