Staffage in der Gemeindepolitik

Redaktor Marco Zysset über den Ausgang der Wahlen in Oberdiessbach.

Marco Zysset@zyssetli

Von insgesamt achtzehn Personen, die sich für die Gemeinderatswahlen in Oberdiessbach hatten aufstellen lassen, waren nur sieben Frauen – eine weniger als vor vier Jahren. Für die Kommissionen kandidierte nicht eine einzige Frau.

Das ist zweifellos mit ein Grund für die veritable Klatsche, die das Wahlvolk dieses Wochen­ende den weiblichen Vertreterinnen in der Gemeindepolitik verpasst hat. Und es ist möglicherweise jener Teil der Schuld an der Schlappe, den die Frauen auf ihre Kappe nehmen müssen.

Der andere Grund ist, dass viele lieber «ungschouet» eine Parteiliste einlegen, als sich damit zu befassen, wer bisher welche Arbeit für das Dorf geleistet hat. Nicht einmal der Bisherigen­bonus vermag dieses blinde Vertrauen in die Parteizugehörigkeit auszuhebeln. Um das zu ändern, braucht es zwei Dinge: Frauen müssen sich für die Ämter zur Verfügung stellen – und Frauen (und Männer) müssen Frauen wählen. Sonst bleiben sie Staffage in der Gemeindepolitik.

Berner Zeitung

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