Still durch den Wald schweben

Grindelwald

An der Pfingstegg wurde eine neue Attraktion namens Fly-Line eröffnet. Die Weltneuheit kommt ohne Adrenalinkick aus.

Die Flyline ermöglicht eine entspannte Abfahrt durch den Wald. Foto: André Dähler

Die Flyline ermöglicht eine entspannte Abfahrt durch den Wald. Foto: André Dähler

Eigentlich hätte die neue Attraktion an der Pfingstegg schon zum Beginn der Sommersaison in Betrieb genommen werden sollen. Verzögerungen im Bewilligungsverfahren durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung hatten das Projekt jedoch verzögert und verteuert. Am Dienstag wurde die neue Attraktion nun in einer schlichten Feier eröffnet.

Michael Wyss, Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Grindelwald-Pfingstegg AG, begrüsste die Gäste nach erfolgten Gleitfahrten durch den Bergwald. Unter anderem betonte er: «Die Fly-Line ist eine Beschäftigungsanlage für unsere Gäste, sie ist es aber auch für Einheimische, die mit einer Anstellung für deren Betrieb eine Beschäftigunghaben und etwas verdienenkönnen.»

Eine Weltneuheit

Die Anlage mit dem speziell für dieses Projekt entwickelten Rückführlift ist eine Weltneuheit. 2016 war Betriebsleiter Roger Bischoff auf die Anlage der Firma Fly-Line in Südtirol aufmerksam geworden und hat deren Verwirklichung an der Pfingstegg unermüdlich vorangetrieben. Jetzt wurde die erste Fly-Line in der Schweiz von der Firma Von Rotz & Wiedemar aus Kerns in Rekordzeit errichtet.

«Die Fahrgäste sollen die Umgebung geniessen, in die Welt des Waldes abtauchen können und entschleunigt zurückkommen.» Roger Bischoff, Betriebsleiter Pfingsteggbahn

Die Fly-Line Pfingstegg startet direkt unterhalb der Bergstation der Luftseilbahn und verschwindet sogleich im Wald. Der Parcours schlängelt sich auf rund 350 Metern durch die Bäume und endet kurz unterhalb der bestehenden Seilbahnstütze auf der Lichtung. Von dort aus werden die Gäste mit dem Rückführ-Lift wieder zum Ausgangspunkt unter der Pfingsteggbahn-Berg-station zurückgebracht.

Das Gleitrohr, aufgehängt an Holzmanschetten, führt über 60 Meter Höhendifferenz und einer durchschnittlichen Neigung von 30 Grad hinunter zur Talstation, die direkt unter einer Stütze der Pfingsteggbahn steht.

Fast wie ein Vogel

Die Fly-Line ermöglicht eine spannende Reise durch den Wald. Einem Vogel gleich schwebt man in engen und weiten Schwüngen lautlos zwischen den Bäumen nach unten. Eine fliehkraftgebremste Rolle, die an einem Trägerrohrsystem aus Edelstahl entlanggleitet, ermöglicht eine sichere und kontrollierte Abfahrt. Das Vergnügen ist familientauglich. In einem «Gstältli», ähnlich einem Gleitschirm, gleiten die Passagiere mit gemächlichen 8–12 km/h durch den Bergwald.

«Die Fahrgäste sollen die Umgebung geniessen, in die Welt des Waldes abtauchen können und entschleunigt zurückkommen», sagt Roger Bischoff. Die neue Anlage soll zusammen mit der bereits erfolgreich betriebenen Rodelbahn die Anziehungskraft für die Pfingstegg als Erlebnisberg weiter vorantreiben.

Die Pfingsteggbahn und die Attraktionen bleiben dieses Jahr noch bis zum 20. Oktober in Betrieb.

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