SVP möchte Schulterschluss mit BDP und FDP

Thun

Im Hinblick auf die städtischen Wahlen lädt die SVP die beiden bürgerlichen Parteien BDP und FDP zu einem Schulterschluss ein.

Die SVP will vor den Stadt- und Gemeinderatswahlen die bürgerlichen Reihen schliessen – ob die FDP und die BDP das Angebot annehmen, ist offen.<p class='credit'>(Bild: Michael Gurtner)</p>

Die SVP will vor den Stadt- und Gemeinderatswahlen die bürgerlichen Reihen schliessen – ob die FDP und die BDP das Angebot annehmen, ist offen.

(Bild: Michael Gurtner)

«Die SVP Stadt Thun setzt sich seit langer Zeit für eine enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den bürgerlichen Kräften in unserer Stadt ein. Sie lädt daher alle bürgerlichen Parteien ein, ihre Kräfte im Herbst bei den Gemeinde- und Stadtratswahlen mittels Listenverbindungen zu bündeln», liess die SVP Stadt Thun gestern in einer Medienmitteilung verlauten.

In einem Brief vom 6. Juni an die beiden Parteipräsidenten von FDP und BDP, welcher gestern öffentlich gemacht wurde, möchte die SVP nun zu diesem bürgerlichen Schulterschluss einladen. Laut der SVP würden sich nämlich ihre Haltungen mit denen der FDP und der BDP decken.

Claude Schlapbach, Vizepräsident der BDP Stadt Thun, ist da aber an­derer Meinung: «Wir haben in den letzten Jahren auf bürger­licher Seite gut zusammengearbeitet, aber nicht in diesem Ausmass. Wir können mit der SVP aber nicht eine solche Verbindung eingehen.» Eine definitive Entscheidung werde die Partei jedoch erst an der Parteiversammlung in der kommenden Woche fällen können.

Entscheidungen stehen aus

Eine ähnliche Position nimmt auch Markus van Wijk, Parteipräsident der FDP Stadt Thun, ein. «Dieser Vorschlag zum Schulterschluss ist mir schon länger bekannt», sagt er. «Er ist auch ein Teil unserer Verhandlungen mit den beiden bürgerlichen Parteien, die bereits sehr intensiv stattgefunden haben und weiterhin stattfinden.»

Zu einem Entscheid soll es bei der FDP am 28. Juni während der Hauptversammlung kommen. «Wir haben zwar eine ähnliche Basis wie die anderen bürgerlichen Parteien, wir haben aber auch gewisse Ausrichtungen festgelegt. Für einen Entscheid muss zuerst die Versammlung stattfinden», erklärt van Wijk.

SVP möchte nicht Alleingang

«Wir sind davon überzeugt, dass wir den links-grünen Kräften nur entgegentreten können, wenn sich die bürgerlichen Parteien mithilfe eines Schulterschlusses zusammenschliessen», sagt Reto Schertenleib, Wahlleiter der SVP Thun. Die SVP habe durch diese Einladung nun ihre Bereitschaft gezeigt und sei gespannt, wie die Entscheidungen der anderen Parteien ausfallen.

«Je nachdem wie die Entscheidungen ausfallen, werden wir die Lage neu beurteilen», sagt Schertenleib. «Entweder wird es wirklich eine grosse bürgerliche Allianz geben, oder aber es wird eine Teilallianz, zum Beispiel mit der FDP. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Alleingang der SVP.» Die Gefahr einer links-grünen Mehrheit sei latent, deshalb hoffe die SVP auf die bewährte bürgerliche Kraft. «Wir möchten auf diesem Weg noch akzentuierter fortschreiten», sagt Reto Schertenleib. «Unsere Türen sind offen. Der Ball ist jetzt bei den anderen bürgerlichen Parteien.»

Thuner Tagblatt

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