Thun

Tabletten werden zentral verpackt

ThunBereits acht Altersheime beziehen ihre Medikamente sicher dosiert von der Central-Apotheke Thun. An einem Tag der offenen Tür zeigten die Verantwortlichen, wie die Tabletten verpackt werden.

Hier ist Konzentration gefragt: Nadja Schmid stellt für ein Altersheim einen Wochenblister her.

Hier ist Konzentration gefragt: Nadja Schmid stellt für ein Altersheim einen Wochenblister her. Bild: Irina Eftimie

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Als vor sechs Jahren in der Central-Apotheke Thun die ersten Sichtverpackungen, sogenannte Blister, für die Medikation der Patienten in einem Altersheim hergestellt wurden, beschränkte sich die Patientenzahl auf 35 Personen. Heute erhalten rund 450 Patienten in acht Heimen die Blister aus dem Bälliz. Damit die Apotheke der grossen Nachfrage nachkommen kann, eröffnete sie vor einem Jahr das Blistercenter.

Am Samstag wurden die Türen des Centers dazu geöffnet, sich beim Pflegepersonal zu bedanken und allen Interessierten zu zeigen, wie ein Blister überhaupt entsteht. Die Besucher konnten ihre eigenen mit Smarties ge­füllte Verpackungen herstellen.

Höchste Sicherheitsansprüche

Aufgrund der Anfrage eines Heimes setzte sich das Team der Central-Apotheke vor sechs Jahren zum ersten Mal mit der Problematik auseinander. Man entschied sich für manuell gefüllte Wochenblister, die zwar etwas mehr Aufwand bedeuten, aber flexibler eingesetzt werden können. «Es gäbe auch sogenannte Schlauchblister, die maschinell hergestellt werden. Mit unseren Blistern können wir aber auch Halb- und Schmelztabletten verpacken», sagt Markus Messerli, der Geschäftsführer der Apotheke.

Damit Fehlern vorgebeugt werde, seien deshalb beim Ab­füllen mehrere Sicherheitsstufen eingebaut. «Qualität ist unsere höchste Priorität. Unsere Fehlerquote liegt momentan bei 0,05 Prozent und wir versuchen die Abläufe immer weiter zu optimieren», sagt Messerli.

Blister werden verschweisst

Für das Abfüllen in einen Blister werden zuerst die verschiedenen Tabletten herausgesucht und für eine erste Kontrolle mit dem Computer eingescannt. Die einzelnen Tabletten werden dann nach einem Schema in die Ver­packung eingefüllt und noch einmal kontrolliert.

Die gefüllten Blister werden danach auf dem Tisch für die nächste Kontrolle durch einen Apotheker beziehungsweise eine Apothekerin bereitgelegt. «Vor der Eröffnung des Blistercenters hatten wir nur einen Tisch und konnten deshalb immer nur acht Verpackungen aufs Mal kontrollieren lassen», sagt Nadja Schmid.

Die Blister werden verschweisst. «Hier liegt eigentlich die grösste Fehlerquelle», sagt Schmid. «Wenn man das Brett mit dem Blister zu schnell oder mit zu viel Kraft in die Maschine schiebt, können die Ta­bletten herausspringen und verrutschen. Deshalb kontrollieren wir die Blister nach dem Schweissen noch einmal.»

Seit ein paar Monaten habe das Blistercenter einen Repair-Kit, mit dem einzelne Fächer geöffnet und wieder zugeklebt werden können, davor mussten fehlerhafte Verpackungen ganz geöffnet und neu befüllt werden. In einem letzten Schritt werden die Blistervorlagen daran befestigt und das Ganze wieder kontrolliert.

Nicht nur für Heime

«Die Arbeit macht sehr viel Freude», sagt Markus Messerli. «Dadurch, dass wir eng mit dem Pflegepersonal und den Ärzten zusammenarbeiten, können wir die Medikation der Patienten immer weiter optimieren.» Auch Doppelverschreibungen, die es oft nach Spitalaufenthalten gäbe, können durch das Blistersystem verhindert werden.

Nebst den Heimen haben auch Privatpersonen die Möglichkeit, von diesem System zu profitieren. «Man kann sich in der Apotheke be­raten lassen und mit ihr zusammen eine Lösung erarbeiten», sagt Markus Messerli. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 08.05.2017, 10:13 Uhr

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