Tausende Fliegen schwirren in Thun herum

Thun

Sogar Experten stehen vor einem Rätsel. Seit einigen Tagen wird die Thuner Innenstadt von Insektenschwärmen heimgesucht.

Die Thuner Innenstadt wird derzeit von Fliegen heimgesucht (Symboldbild).

Die Thuner Innenstadt wird derzeit von Fliegen heimgesucht (Symboldbild).

(Bild: iStock)

Herzhaft in einen Apfel beissen. Oder schon nur ein Gespräch führen mit dem Gegenüber. Auf dem Mühleplatz, dem Waisenhausplatz oder entlang der Aare in der Thuner Innenstadt geschieht dies derzeit teilweise unter erschwerten Bedingungen. Seit einigen Tagen schwirren Tausende kleiner Fliegen durch die Luft. Wer nicht will, dass die Insekten in Mund, Nase oder sogar Augen fliegen, muss sich entsprechend schützen.

Wie «20 Minuten» gestern berichtete, steht sogar die Fachwelt vor einem Rätsel. «Es ist lediglich klar, dass es sich dabei um echte Fliegen und nicht etwa um Mücken handelt», wird Insektenexperte Christian Kropf vom Naturhistorischen Museum Bern zitiert. Die genaue Identifikation der Tierchen stehe noch aus, er gehe aber von einer «besonders artenreichen Gruppe» aus, so der Experte.

Experten tappen im Dunkeln

Aufgrund der grossen Zahl und des Aufenthaltsorts der Tierchen ist es laut Kropf möglich, dass es sich um eine Art handelt, die längere Zeit als Larven im See lebt und dann gemeinsam schlüpft, um an Land zu kommen. «Wegen des warmen Wetters der letzten Wochen und Monate haben solche im Wasser eingepuppten Larven keine natürlichen Feinde», erklärt Kropf. So seien sie wohl auch von den Fischen in Ruhe gelassen worden.

Der Experte des Naturhistorischen Museums Bern hat im Sinn, die Fliegen in den nächsten Tagen im Labor zu überprüfen und das Rätsel zu lösen. Somit bleibt vorderhand offen, ob die Tierchen lediglich ein paar Tage leben oder in der Stadt gar einen Überwinterungsplatz suchen.

Nicht aus den Blumentrögen

Ein Thema ist die Fliegeninvasion auch beim städtischen Tiefbauamt. Vereinzelt seien Meldungen von Bürgern eingegangen, sagt Stadtingenieur Rolf Maurer auf Anfrage. «Unsere Mitarbeiter von Stadtgrün gehen der Sache nach», hält Maurer fest, nur um gleich nachzuschieben: «Wir sind keine Insektenexperten und tappen derzeit ebenfalls im Dunkeln.» Maurer weiss nur, dass die Fliegen nicht aus den Blumentrögen stammen, die Stadtgrün jeweils entlang des Aarequais bereitstellt.

Thuner Tagblatt

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