Thun ist jetzt «kinderfreundliche Gemeinde»

Thun

Die Stadt Thun hat das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» der Unicef erhalten. Gemeinderat Roman Gimmel nahm die Auszeichnung auf dem Robinson-Spielplatz entgegen.

Kinder freuen sich auf dem Robinsonspielplatz, dass die Stadt Thun das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erlangt hat.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Kinder freuen sich auf dem Robinsonspielplatz, dass die Stadt Thun das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erlangt hat.

(Bild: PD)

Die Position als familienfreundliche Stadt stärken. Und alle Generationen am öffentlichen Leben mitwirken lassen. So lauten zwei der Legislaturziele 2015 bis 2018 des Thuner Gemeinderats. «Mit der Auszeichnung als ‹Kinderfreundliche Gemeinde› von Unicef Schweiz und Liechtenstein hat die Stadt Thun eine wichtige Massnahme zur Erreichung dieser beiden Ziele umgesetzt», schreibt die Stadt in einer am Freitag versandten Mitteilung.

Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) nahm die Auszeichnung am Freitagmorgen vom Unicef-Delegierten Werner Augsburger in Empfang. Die Verleihung fand im Rahmen der «Ferieninsel» auf dem Robinsonspielplatz statt. «Kinder sind unsere Zukunft. Das Label ist eine schöne und wichtige Bestätigung und Anerkennung für unser Engagement für Familien und Kinder», sagte der Vorsteher der Direktion Bildung, Sport, Kultur.

Thun nimmt Pionierrolle ein

Mit Thun besitzen nun insgesamt 36 Gemeinden die Auszeichnung. Im Kanton Bern ist Thun, nach Bern und Lyss, die dritte Gemeinde, die sich mit dem Label schmücken darf. «Die Kinder und Jugendlichen können stolz darauf sein, dass man ihnen in Thun Gehör schenkt und ihre Bedürfnisse ernst nimmt», sagte Werner Augsburger.

Der Evaluationsbericht der Unicef halte fest, dass sich Thun unter anderem mit dem Einbezug von Kindern hervortue und hier sogar eine Pionierrolle einnehme: «Den Kindern und Jugendlichen werden auf sehr vielfältige Weise Möglichkeiten geboten, sich zu beteiligen.» Sie könnten sogar bei komplexen Themen wie der Ortsplanungsrevision ihre Sichtweise auf ihre Lieblingsorte oder Unorte einbringen.

2012 hatte die SP-Fraktion den Gemeinderat in einem Postulat gebeten, die Teilnahme an der Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» zu prüfen. Daraufhin erstellte das Amt für Bildung und Sport im Jahr 2014 eine Standortbestimmung. Die Auswertung der städtischen Kinderfreundlichkeit durch die Unicef ergab 2015 ein Resultat von 73,4 Prozent der maximal erreichbaren Punktzahl.

2016 wurden in Oberstufenklassen und Quartieren Befragungen durchgeführt, um die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu erfahren. Die Ergebnisse flossen in die aktuell stattfindende Ortsplanungsrevision und in den Prozess zur Erlangung des Labels «Kinderfreundliche Gemeinde» ein.

Mitwirkung ist zentral

Inzwischen existiert ein über die gesamte Stadtverwaltung wirksamer Aktionsplan für die Jahre 2019 bis 2022. Ziel sei es, dass die Stadt weiterhin für alle Generationen attraktiv bleibe. «Im Aktionsplan sind 17 Massnahmen zur Beibehaltung beziehungsweise zur Steigerung der Kinderfreundlichkeit der Stadt Thun in den Bereichen Partizipation, Information, Kinder- und Jugendschutz, Sicherheit, Freizeit und Evaluation definiert», schreibt die Stadt.

Zentral sei die Mitwirkung von Kindern. So sind etwa Kindermitwirkungstage im Rathaus geplant. Auch die kindergerechte Gestaltung von Durchgangswegen in Quartieren, durch bessere Beleuchtung und regelmässiges Zurückschneiden von Hecken und Bäumen, ist eine Massnahme. Bei grösseren Projekten wie der Entwicklung des Siegenthalerguts wird mit dem Aktionsplan zudem eine Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen gewährleistet.

«Das Label ist eine Anerkennung, es verpflichtet uns aber gleichzeitig, im Rahmen des Aktionsplans auch in der kommenden Legislatur weiterzuarbeiten, damit die Stadt Thun eine familienfreundliche Stadt bleibt und ihre Attraktivität weiter gesteigert wird», sagte Gemeinderat Roman Gimmel.

pd

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