Thun will Bonstettenpark attraktivieren

Der Thuner Stadtrat sprach sich am Freitag für die Attraktivierung des Bonstettenguts im Gwatt aus: Mit 23 Ja gegen 13 Nein hiess er die Kreditvorlagen über total 1,907 Millionen Franken gut.

Der Bonstettenpark in Thun wird attraktiviert.

Der Bonstettenpark in Thun wird attraktiviert.

(Bild: Patric Spahni)

Wo seit 1961 Kinder im Bonstettenpark im Gwatt am Seeufer spielen, vergnügten sich zuvor während Jahrzehnten sportliche Gäste aus aller Welt beim Tennis. Zu den Gästen der Baronin Betty Lambert, der letzten privaten Besitzerin des Parks, gehörten etwa die Wimbledon-Teilnehmer Lilian Paravicini-von Wattenwyl, Antoine «Coco» Gentien aus Paris oder die US-Amerikanerin Pauline Betz.

Und künftig, sobald der neue Spielplatz beim Campingplatz steht, weicht diese Fläche mit dem Spielplatz dem See und einer Kiesinsel für Tier und Natur, dies als Ersatz für die Befreiung des Kanals im Park vom Schilf (wir berichteten). Zudem wird der Parkplatz im Park aufgehoben und dafür die Parkierung auf dem neu verbreiterten Parkplatz entlang der Gwattstrasse zentralisiert.

Dies sind einige der geplanten Veränderungen, denen der Stadtrat an seiner ersten Sitzung im neuen Jahr unter neuer Führung gestern Abend zugestimmt hat. Nach den Eintrittsvoten der Sachkommission und der Fraktionen hat der Rat den Kreditvorlagen über insgesamt 1,908 Millionen Franken für die Attrak­tivierung des Bonstettenguts im Gwatt mit 23 Ja gegen 13 FDP/SVP-Nein bei einer Enthaltung zugestimmt.

Für alle sicht- und erlebbar

«Die Attraktivierung wird für Tausende von Parkbesucherinnen und -besucher sicht- und erlebbar werden», freute sich Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) über die positive Aufnahme des Geschäfts. Es sei eine einmalige Investition in den Park und dessen Unterhalt, welcher bislang aus Kostengründen zu kurz gekommen sei.

Auch die Sachkommission Bau und Liegenschaften stellte sich insgesamt hinter den kulturhistorischen Wert der Campagne Bellerive und den sogenannten Masterplan Bonstettenpark, der insbesondere auch die Entflechtung von Naturschutz und Freizeitbedürfnissen beinhaltet.

«Allen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach, aber hier ist nicht alles falsch», brachte Franz Schori als Kommissionspräsident und im Namen der SP-Fraktion den Tenor auf den Punkt.

Alter Park in neuem Glanz

Die geplanten Veränderungen punkto Parkieren und Spielen gefallen auch der BDP. «Wir begrüssen zudem, dass die Natur mehr Schutz erhält und demgegenüber das Baden im See erleichtert wird», sagte Stadtrat ­Simon Werren. Und Till Weber ergänzte im Namen der Grünen: «Der alte Park wird in neuem Glanz erstrahlen, und die Entflechtung gefällt uns besonders.»

Auch die Fraktion der Mitte stellte sich hinter die Massnahmen. «Der Park ist ein einmaliger Anziehungspunkt; es dient zu dessen Attraktivierung, wenn der Standort des Spielplatzes verlegt wird», sagte CVP-Stadtrat Alois Studerus.

Nicht nötig, fand die SVP

Einzig die zehn SVP- und die drei FDP-Stadträte stimmten als Fraktion einstimmig dagegen. «Es besteht kein Handlungsbedarf, niemand zwingt uns dazu; kein Gesetz, nichts», fand Reto Schertenleib (SVP). Die Fraktion wolle das Wünschbare vom wirklich Notwendigen trennen und lehne das Geschäft aus finanzpolitischen Aspekten ab.

«Wir trennen Wünsch­bares vom Notwendigen und sagen aus finanzpolitischen Gründen Nein.»SVP-Stadtrat Reto Schertenleib

«Auch finde ich persönlich den heutigen Standort des Spielplatzes so nahe am See schöner als beim Campingplatz.» Wenig Herzblut zeigte auch Stadtrat Reto Kestenholz (Grüne), der sich der Stimme enthielt. «Die befahrene Gwattstrasse trennt eh das schöne Gut.»

Mit dem Ja zu den Krediten wird die Stadt nun die Baugesuche einreichen. Dies als Erstes für den Bau des Spielplatzes und für die Änderungen bezüglich der Parkierung.

Thuner Tagblatt

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