Thuner Verein plant die grösste Tombola der Schweiz

Thun

Es soll mit 200'000 Gratislosen die grösste Tombola der Schweiz werden und mehr Kunden in die Thuner Innenstadt bringen: Sechs Geschäftsleute haben zur Durchführung der für 2017 geplanten Thunbola einen Verein gegründet.

Die «Thunbola» soll Kauflustige in die Thuner Innenstadt locken.

(Bild: Stefan Anderegg)

Für den Thuner Juwelier Peter Staib ist klar: «Es hat immer weniger Leute in der Innenstadt. Viele Geschäftsbesitzer klagen über rückläufige Umsätze.» Das sei nicht nur in Thun so, auch andere Innenstädte der Schweiz würden unter den Auswirkungen des wachsenden Onlinehandels oder der Konkurrenz durch Einkaufszentren auf der grünen Wiese oder zu wenigen Parkplätzen leiden. Er und fünf weitere Geschäftsleute wollen der negativen Entwicklung nicht nur zusehen und haben deshalb den nicht gewinnorientierten Verein «Thun spielt verrückt» ge­gründet.

200'000 Gratislose

Und schon nächsten Frühling soll die erste grosse Aktion beginnen. «Wir wollen von März bis August die grösste Tombola der Schweiz durchführen», erzählt Peter Staib. Mitmachen sollen möglichst alle Geschäfte und Restaurants der Thuner Innenstadt. Laut Staib haben bereits etliche Geschäfte zugesagt, zudem gebe es auch schon einen Hauptsponsor.

Und so funktioniert es: Die Geschäfte stellen mindestens zehn Preise aus ihrem Sortiment zur Verfügung und leisten einen Barbeitrag an die Kosten der Aktion. Die Gratislose, wovon 200'000 Stück in Umlauf gebracht werden sollen, erhalten die Kunden in den Geschäften und nehmen damit an einer wöchentlichen Verlosung der Preise sowie an einer Hauptverlosung teil. Preise und Gewinner werden auf der Website www.thunbola.ch zu sehen sein.

Rekord fürs Guinnessbuch?

Staib rechnet mit bis zu 5000 Preisen, die an die Kunden weitergegeben werden können. Damit würde nicht viel fehlen, um den bestehenden Rekord im Guinnessbuch zu brechen. Die bisher grösste Tombola gab es mit 5104 Preisen in Grossbritannien. Zudem findet am 19. August 2017 auf dem Rathausplatz die Hauptverlosung mit Konzerten regionaler Bands statt. Alle Anwesenden mit einem Los haben die Chance, unter anderem ein Auto zu gewinnen. «Wir erwarten da 3000 bis 4000 Leute», meint Staib.

Keine Konkurrenz zur IGT

Den neuen Verein sieht Peter Staib nicht als Konkurrenz zur Thuner Innenstadtgenossenschaft (IGT). «Unser Ziel ist es, mit dieser Aktion Thun noch beliebter zu machen und mehr Kunden in die Innenstadt zu bringen», sagt Staib. Den Alleingang habe man gewählt, «weil wir allen Geschäften in der Innenstadt eine aktive Teilnahme an der Thunbola ermöglichen wollen und nicht ausschliesslich jenen, die der IGT oder einer anderen Trägerschaft angeschlossen sind».

Letztlich gehe es allen Geschäften und Gastronomie­betrieben der Innenstadt gleichermassen schlecht. Man wolle niemanden bevorzugen oder benachteiligen. Dies sei aber nur möglich, wenn der neue Verein im Sinne einer Non-Profit-Organisation keinerlei Bindungen zu Institutionen eingehe, «die sich ausschliesslich der Förderung der Interessen ihrer Mitglieder widmen».

Falls die Aktion erfolgreich über die Bühne geht, soll sie laut Staib in den kommenden Jahren wiederholt werden. Ein allfälliger Gewinn würde dafür eingesetzt.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt