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Und plötzlich war alles anders

Das Museum im Dorfschulhaus Wattenwil zeigt Bilder und Tonfiguren von Heinz (†) und Monique Stauffer. Die Ausstellung «Mitten im Leben» klammert auch den Tod nicht aus.

Eine Tonfigur von Monique Stauffer vor einem Bild ihres verstorbenen Mannes Heinz Stauffer.
Eine Tonfigur von Monique Stauffer vor einem Bild ihres verstorbenen Mannes Heinz Stauffer.
PD
Heinz und Monique Stauffer bei ihrer goldenen Hochzeit vor vier Jahren.
Heinz und Monique Stauffer bei ihrer goldenen Hochzeit vor vier Jahren.
Ulrich Krummenacher
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Ein Tag, und nichts ist mehr, wie es einmal war. Das Leben des Ehepaars Heinz und Monique Stauffer wurde im Jahr 2000 von Grund auf umgekrempelt, als der damalige Pfarrer von Amsoldingen einen Herzinfarkt erlitt. Bei der Behandlung gab es Probleme, die Heinz Stauffer für den Rest seines Lebens in den Rollstuhl zwangen.

«Wegen seiner Querschnittlähmung gehörten unsere gemeinsamen Interessen, vor allem das Wandern in den Bergen, damit der Vergangenheit an», blickt Monique Stauffer zurück. Weil nichts mehr war wie zuvor, mussten sie sich quasi neu erfinden. Monique Stauffer begann Tonfiguren herzustellen, um die neue Situation und die Trauer über den Verlust ihres bisherigen Lebens zu verarbeiten.

Heinz Stauffer besann sich auf eine alte Leidenschaft, die er jahrelang nicht mehr gepflegt hatte. Bis zu seinem Tod 2016 malte er Bilder in den unterschiedlichsten Techniken und Farbgebungen. Dominierende Motive sind die Berge, Pflanzen und Bäume, er machte aber auch Abstecher in die naive und abstrakte Malerei.

Licht und Schatten

In der Ausstellung im Museum im alten Wattenwiler Dorfschulhaus offenbart sich die grosse Schaffenskraft dieser beiden Persönlichkeiten. Monique Stauffers Tonfiguren zeigen Menschen in den unterschiedlichsten Stadien des Lebens – vom Baby bis zum Greis. Manchmal sind sie glücklich, manchmal drückt das Leben sie zu Boden.

Die meisten Bilder ihres verstorbenen Gatten stammen aus der Zeit nach der grossen Zäsur und erstaunen die Betrachter durch ihre positive Grundstimmung. «Da ist keine Düsternis, sondern Hoffnung», sagt Lorenz Kestenholz von der Fred-und-Cécile-Zimmermann-Stiftung, die das Museum betreibt. Anders die Werke aus früheren Jahren, die ungleich schwermütiger und melancholischer sind und ein Gegengewicht zu den jüngeren Werken bilden.

Der in Wattenwil aufgewachsene Heinz Stauffer war indes nicht nur in seinen letzten Jahren ein kreativer Mensch. Er hatte sich als Schriftsteller und Erzähler einen Namen gemacht. Sein schriftstellerisches Werk umfasst zehn Mundartbücher und eines auf Hochdeutsch. Das erste – «’s geit mi ja nüt a» – ist 1978 erschienen.

Von Sonntag bis 16. Dezember gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Mundartlesung aus Heinz Stauffers Werken. Vernissage am Samstag um 17 Uhr. Öffnungszeiten bis 16. Dezember: jeweils Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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