Unklar, wo die Stände künftig stehen

Steffisburg

Der Steffisburger Chrischtchindlimärit findet dieses Jahr zum letzten Mal im gewohnten Rahmen statt. Wie es weitergeht, ist nach wie vor offen.

Reges Treiben an den Ständen des Chrischtchindlimärits. Wo dieser künftig stattfindet, ist noch immer unklar.

Reges Treiben an den Ständen des Chrischtchindlimärits. Wo dieser künftig stattfindet, ist noch immer unklar.

(Bild: Markus Hubacher)

Die Nachricht sorgte für viel Aufregung: Auf Facebook war zu lesen, dass der Steffisburger Chrischtchindlimärit künftig nicht mehr stattfinden solle. Das war im Februar. Die Abteilung Sicherheit der Gemeinde erklärte: Der Markt könne in der gewohnten Form nicht weitergeführt werden, da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. So müsse unter anderem die Durchfahrt im Oberdorf, etwa zu privaten Garagen und Zufahrten oder für Ambulanz und Feuerwehr, möglich sein. Wenn der Chrischtchindlimärit nicht verlegt werde, stehe «einzig dessen Aufhebung im Raum», war in einem Lagebericht zu lesen.

Von einer Verschiebung an die Zulgstrasse war in diesem Bericht ebenfalls die Rede. Gemeinderat Stefan Schneeberger (FDP), Vorsteher des Departements Sicherheit, relativiert nun: «Es ist heute noch nicht entschieden, ob der Märit künftig weiter im Oberdorf, an der Zulgstrasse oder anderswo im Dorf stattfinden wird.» In der Zwischenzeit hätten Gespräche zwischen Vertretern der Gemeinde und des örtlichen Gewerbes stattgefunden. «Die Gewerbler sind nicht besonders erfreut, sehen aber die Problematik der Sicherheit», sagt Schneeberger.

Die Abteilung Sicherheit will nun mit betroffenen Gewerbetreibenden, aber auch mit Vertretern aus der Politik, den Leisten, der Kirchgemeinde und eventuell weiteren Partnern eine Begleitgruppe bilden, die ab Januar 2019 ein neues Konzept für den Märit ausarbeitet. Laut Abteilungsleiter Hansjürg Müller soll dieses bis Sommer 2019 vorliegen. Den Schlussentscheid über den künftigen Durchführungsort fälle dereinst der Grosse Gemeinderat.

Initiative erwünscht

Auch wer künftig die Organisation des Märits übernimmt, ist unklar. Diese Aufgabe bedeute viel Aufwand und Verantwortung, sagt Stefan Schneeberger. Die Gemeinde stellt das OK seit 2007, denn zu jenem Zeitpunkt fanden sich aus Gewerbekreisen – sie waren es, die den Märit 1992 initiierten – zu wenig neue Mitglieder dafür. «Wir möchten nun neue Ideen einbringen, und es wäre wünschenswert, dass das Gewerbe wieder selber die Initiative ergreift», sagt Schneeberger.

Markus Cavelti, Präsident des Steffisburger Handwerker- und Gewerbevereins, sagt, dass sein Verein sich in der Begleitgruppe aktiv einbringen wolle. «Ansonsten ist von unserer Seite aber nichts geplant.» Zwar würden die Vereinsmitglieder die Argumente der Gemeinde verstehen. Gerade jene, deren Geschäfte direkt im Marktperimeter lägen, seien nach wie vor verärgert. Befänden sich ihre Marktstände etwa an der Zulgstrasse, würden weniger Kunden die dazugehörigen Läden im Ober- oder im Unterdorf besuchen und der Bezug zu den Gewerbebetrieben verloren gehen, so der Tenor.

Am 14. Dezember findet der Chrischtchindlimärit im Steffisburger Oberdorf zum 27. und letzten Mal im alten Rahmen statt (vgl. Kasten).

Thuner Tagblatt

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