Vergewaltiger bleibt im Gefängnis

Ein Mann wurde in Thun wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt.

Der 44-Jährige habe die Selbstbestimmung des zum Widerstand unfähigen Opfers verletzt und nur seine Gelüste befriedigen wollen. Zu diesem Schluss kam das Gericht.

Der 44-Jährige habe die Selbstbestimmung des zum Widerstand unfähigen Opfers verletzt und nur seine Gelüste befriedigen wollen. Zu diesem Schluss kam das Gericht.

(Bild: Keystone Anthony Anex)

Ein 44-jähriger chinesischer Staatsangehöriger wurde vom Regionalgericht Oberland in Thun der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung schuldig erklärt (vergleiche Ausgabe vom 27. April). «Es handelt sich hier um keinen alltäglichen Fall», sagte Gerichtspräsidentin Dorothea Züllig von Allmen am Montag bei der anderthalbstündigen Urteilseröffnung.

Egoistisch und verwerflich

Wie bei den meisten Sexualdelikten stand hier Aussage gegen Aussage. Der Beschuldigte hatte wohl eingeräumt, dass er mit dem Opfer, einer verletzten jungen Portugiesin, Sex haben wollte. Er bestritt jedoch, Gewalt angewendet zu haben.

Die Frau habe den Sachverhalt klar dargestellt, und die Schilderung könne nicht als Schauspielerei abgetan werden, führte die Gerichtspräsidentin weiter aus. Demgegenüber seien die Aussagen des Beschuldigten in vielen Teilen zu bezweifeln.

Seine anfängliche Hilfsbereitschaft habe bald in ein egoistisches und rücksichtsloses Handeln umgeschlagen. Das Opfer leide noch heute unter dem traumatischen Ereignis. Ungeklärt bleibt nach wie vor, wie es zur Verletzung (Beckenringbruch) der Portugiesin gekommen ist.

Höchst verwerflich

Das Gericht stufte das Vorgehen des Beschuldigten als verwerflich ein. Er habe die Selbstbestimmung des zum Widerstand unfähigen Opfers verletzt und nur seine Gelüste befriedigen wollen.

Der Vorfall sei schwer verständlich und die vorsätzliche Handlungsweise des Beschuldigten höchst verwerflich, so die Schlussfolgerung der Gerichtspräsidentin.

Sieben Jahre Landesverweis

Das Kollegialgericht in Dreierbesetzung verurteilte den Chinesen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten. Die Untersuchungshaft und Sicherheitshaft von 520 Tagen werden angerechnet. Darüber hinaus wird eine Landesverweisung von sieben Jahren ausgesprochen. Zudem werden dem Beschuldigten Verfahrenskosten von 32'704 Franken und eine Entschädigung von 20'264 Franken an die Straf- und Zivilklägerin (Opfer) für ihre Aufwendungen im Verfahren überbunden. Ausserdem hat er ihr eine Genugtuung von 15'000 Franken zu bezahlen. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern vom Juli 2016 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 30 Franken gewährte bedingte Strafvollzug wird widerrufen.

Wegen Fluchtgefahr wird der Verurteilte in Sicherheitshaft belassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innert 10 Tagen kann von den Parteien die Berufung angemeldet werden.

Berner Oberländer

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