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Vergleich in allerletzter Minute

Ein 58-jähriger Mann erhielt einen Strafbefehl wegen Beschimpfung. Kurz vor der Hauptverhandlung in Thun einigten sich die Parteien aber dann doch auf einen Vergleich.

Kurz vor der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Thun konnten sich die beiden Parteien einigen.
Kurz vor der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Thun konnten sich die beiden Parteien einigen.
Keystone

Eigentlich war die Beschimpfung nicht grober Art. Im August 2014 kam es in einer Thuner Quartierstrasse zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 58-jährigen und einem 38-jährigen Mann. Beide Kontrahenten sind Schweizer. Der Ältere beschimpfte den Jüngeren mit den Worten «kleiner Schiss».

Der Anwalt des Beschimpften, der als Privatkläger auftrat, reichte Strafanzeige ein. Es handelt sich hier um ein Antragsdelikt. Die Folge der Anzeige war ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte wurde wegen Beschimpfung schuldig erklärt. Es wurde ihm eine bedingte Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu je 190 Franken, ausmachend 1520 Franken, bei einer Probezeit von vier Jahren aufgebrummt.

Zudem wurde er mit einer Verbindungsbusse von 380 Franken bestraft. Zusammen mit den Verfahrenskosten hätte sie 1030 Franken ausgemacht. Weil er dagegen Einsprache erhob, war für am Dienstag eine Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Oberland in Thun anberaumt.

Angst vor Kosten

Vorgängig riet Gerichtspräsident Jürg Santschi den Parteien zu Vergleichsverhandlungen. Der Anwalt des Privatklägers signalisierte die Bereitschaft zu einem Rückzug des Strafantrags. Er ­befürchtete jedoch finanzielle Nachteile für seinen Klienten.

Der Anwalt des Beschuldigten seinerseits beanstandete die diesem von der Staatsanwaltschaft auferlegten Kosten der Privatklägerschaft von annähernd 3000 Franken (Anwaltshonorar).

Nach separat geführten Beratungsgesprächen stimmten die Parteien schliesslich einem Vergleich zu. Der Strafantrag wurde zurückgezogen, was dem Einzelrichter ermöglichte, das Verfahren einzustellen und demzufolge auf eine Hauptverhandlung zu verzichten. Die Verfahrenskosten werden dem Kanton Bern über­bunden.

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