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Vom Wunderland zu Winterlaken

Gemeinsam für Gäste: Im Touristikmuseum wird die Geschichte der Entwicklung vom Gemeinnützigen Verein zur Tourismusorganisation Interlaken erzählt.

Eindeutig und irgendwie modern warb das touristische Interlaken 1930 für die Sommersaison.
Eindeutig und irgendwie modern warb das touristische Interlaken 1930 für die Sommersaison.

«Wir vom TOI erzählen unseren Gästen gerne, dass es im Stedtli etwas Tourismushistorisches und Spannendes zu entdecken gibt», sagte Daniel Sulzer, Direktor der Interlakner Tourismusorganisation TOI im Touristikmuseum Unterseen. Eingeweiht wurde die Sonderausstellung «Alpine Wonderland» im Dachgeschoss des Altstadthauses, in dem seit 1979 Tourismusgeschichte erzählt wird. Unter Holzbalken aus dem 17. Jahrhundert. Schon allein die Umgebung ist sehenswert, denn hier ist mittelalterliches Stadt-Feeling angesagt.

Ganz so weit zurück geht die neue Sonderausstellung aber nicht: Das touristische Interlaken positionierte sich, wie ein sommerliches Plakat aus den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts zeigt, touristisch nicht historisch, sondern klar alpin. Der Titel auf dem Plakat lautet «Das alpine Wunderland», zu erleben in der Saison vom April bis in den Oktober. Die Jungfrau mit oder ohne Kollegen Eiger und Mönch wurde für Touristen in den Fokus gerückt. 1857/58 beschlossen initiative Bürger, dass ihnen auch vor Ort etwas geboten werden muss: der Gemeinnützige Verein Interlaken wurde gegründet, um Molkenkuren zu organisieren, neue Promenaden zu schaffen und in der Goldey einen Steg zu bauen.

Im steten Wandel

Auf bebilderten Schrifttafeln wird gezeigt, wie sich die Vereins- und Organisationslandschaft, die sich um das touristische Angebot und das Marketing kümmerte, immer wieder verändert hat. Infrastrukturen wie der Kursaal, das Freibad und die Eissporthalle wurden geschaffen. Erich Balmer entwickelte das Hostelangebot, das Interlaken für ein wichtiges Gästesegment erschloss. Um Fluggäste und Top-Eisenbahnanschlüsse wurde gekämpft.

Nicht alles gelang in Interlaken: Olympia-Träume und ein Lego-Land wurden begraben. Die bebilderten Schrifttafeln zum Tourismus dürften vor allem für Einheimische spannend sein. Vorgestellt werden auch die Aufgaben, welche TOI heute erfüllt. Spannend für touristische Gäste dürften doch eher Gegenstände sein wie die in eine Gletscherlandschaft eingebettete Echo-Kanone, die einst auf der Wengernalp abgefeuert wurde, Modelle der zweistöckigen Bödelibahn oder der Brienz Rothornbahn, wunderschöne Hotelservices aus der Bellepoque und Postkarten, welche die Höhematte in alter Hotelpracht zeigen.

Mehr Winterlaken

Und immer wieder kamen Ideen auf, wie die Sommer-Tourismusregion Interlaken auch im Winter belebt werden könnte. Museumsleiter André Dähler sagte: «Früher wurden die Hoteleingänge mit Brettern verriegelt, und die Hoteliers machten Ferien in Nizza. Dorthin gingen auch die Pferdekutschen». Zu den frühen Winter-Initianten gehörten die Gebrüder Schärz, die 1967 ein Skipolygon mit dem Einbezug der Jungfrauregion und mit Snofaris mit Snowmobils in Habkern entwickelten.

In den 80-er Jahren wurde das Wortspiel (W)interlaken zum Schlagwort. «Im Sommer sind wir voll und brauchen neue Hotelbetten. Im Winter hat Interlaken noch sehr viel Potenzial. Den Winter stärken steht bei Interlaken Tourismus ganz oben», sagte Sulzer. Das Grossangebot dazu ist «Ice Magic». Weitere Winterangebote für Gäste sind gesucht. TOI unterstützt deshalb das Touristikmuseum, damit es vom 1. Dezember an jeweils am Mittwoch und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet werden kann.

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