Zum Hauptinhalt springen

Von Nebel und Kälte

Was in der Schülerband begann, gipfelte 2013 in einem Auftritt im Mokka: Seither machen Karen Frauchiger und Adrian Graf als Frost & Fog gemeinsame Sache.

Karen Frauchiger und Adrian Graf treten mit ihrer Band Frost & Fog dieses Jahr am Thunfest und an den Music Days Steffisburg auf.
Karen Frauchiger und Adrian Graf treten mit ihrer Band Frost & Fog dieses Jahr am Thunfest und an den Music Days Steffisburg auf.
PD

Dass es zwischen Karen Frauchiger (25) und Adrian Graf (25) harmoniert, ist nicht schwer zu erkennen. Er beginnt, von einem Erlebnis während eines Konzerts in Biel zu erzählen, sie beendet die Geschichte. Sie sagt, dass sie nach dem Studium gerne mehr auf die Musik setzen möchte, er weiss sofort, was sie zögern lässt: der grosse administrative Aufwand, den das mit sich bringt.

Die musikalischen Geschwister

Das mit der Harmonie zwischen den beiden war schon immer so. «In der Oberstufe gehörten wir zur gleichen Clique», sagt Frauchiger. Musikalisch gefunkt habe es dann in der Schülerband, sagt Graf. Bis zur Gründung ihrer Band Frost & Fog vergingen nach der Schule allerdings noch ein paar Jahre. Die Initiative ergriff Graf. Er, der früh zu singen und Lieder zu schreiben begann und mit 15 Jahren lernte, Gitarre zu spielen, hatte sich seit je gewünscht, seine Leidenschaft für die Musik mit jemandem zu teilen.

«In Karen habe ich meine musikalische Schwester gefunden», sagt er. Diese reiste gerade durch Indonesien, als Adrian Graf ihr 2013 eine Nachricht schrieb. Er hatte ihr Duo bei der Regionaltonwoche Thun angemeldet, und so seien sie zu einem Auftritt in der Café Bar Mokka ­gekommen. Nach Frauchigers Rückkehr blieb ein knapper Monat Probezeit – der Auftritt im Mokka war ein Erfolg. «Von da an war besiegelt, dass wir musikalisch gemeinsam unterwegs sind», sagt die Sängerin.

Auch der Name Frost & Fog entstand aufgrund dieses Konzertes: «Pädu Anliker hat uns den Rat gegeben, uns einen eingängigeren Namen zuzulegen», erinnert sich die Thunerin Frauchiger. «Wir haben uns überlegt, was uns inspiriert.» Berge, Kälte, die Faszination für nordische Länder und Musik und die Nebeldecke über Thun, die die beiden während Proben in Grafs Heimat Goldiwil oft beobachten konnten, hätten schliesslich zum Bandnamen geführt. «Zudem widerspiegeln die zwei verbundenen Worte auch uns, da wir zu Beginn als Duo unterwegs waren.»

Die Geschichtenerzähler

Das änderte sich nach der zweiten Frost-&-Fog-EP, «The Tide». «Sie kam pompöser daher als unsere erste EP ‹Alone›. Deshalb wollten wir unsere Konzerte dann mit einer Band spielen statt nur zu zweit mit unseren Gitarren», erklärt Graf. Bassist Martin Oesch, Gitarrist David Friedli und Drummer Joel Studler vervollständigen seither die Truppe.

Während Friedli und Studler Profimusiker sind, setzen Frauchiger und Graf beruflich auf andere Sparten. Sie studiert an der Berner Fachhochschule Soziale Arbeit, er schliesst an der Zürcher Hochschule der Künste gerade den Bachelor in Audiovisual Media ab. «Was uns an der Musik besonders fasziniert, ist das Geschichtenerzählen, das Lyrische», sagt Frauchiger.

Auf der dritten EP – die erste Single «Let Them Go» erscheint im September – würden sich in den Texten deutlich ihre beiden Studiengänge abzeichnen: «Wir haben besonders über gesellschaftliche Themen geschrieben und viel ­recherchiert», sagt sie, die seit Kindsbeinen Djembe spielt und singt. Im Herbst planen Frost & Fog eine Clubtour, «wir möchten möglichst viel spielen», sagt Graf. Auch im Ausland Fuss zu fassen und nach dem Studium eine Zeit lang voll auf die Musik zu setzen, seien Träume der Band.

«Die vo hie»

Zuerst stehen allerdings Konzerte in der Heimat an: Als #dievohie, laut den Organisatoren der Music Days Steffisburg und des Thunfestes vielversprechendste Nachwuchsband des Jahres, machen Frost & Fog an jenen zwei grossen Veranstaltungen in der Region halt.

Während Frauchiger nervös wird, wenn sie vor vielen bekannten Gesichtern spielt, entspannt sich Graf: «Sie verzeihen mir auch Fehler», denke er dann jeweils. Freuen tun sich beide: «Toll ist vor allem, dass immer wieder Leute zu unseren Gigs kommen, auch wenn wir schon oft in Thun und Umgebung ­gespielt haben», sagt Graf. Wenn sie Leute mit ihrer Musik berühren könnten, sei dies das schönste Kompliment, sagt Frauchiger und strahlt.

Auch die Vernetzung zu anderen Künstlerinnen und Künstlern aus der Region sei ihnen besonders wichtig, ergänzt sie. «Die Schweizer Musikszene ist so klein, da finden wir es wichtig, dass man zusammen und nicht gegeneinander arbeitet.» Harmonisch eben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch