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Vor 50 Jahren: Kantonalbank verschwand aus dem Bälliz

Gleich zwei markante alte Bauten sollten aus Thun verschwinden. Nebst dem ehemaligen Kantonalbankgebäude im Bälliz waren auch die Tage des Gasthofs ­Bären im Dürrenast gezählt.

Der Abbruch des alten Kantonalbankgebäudes im Bälliz (hier auf einem Bild von 1940) wurde 1967 publik gemacht.
Der Abbruch des alten Kantonalbankgebäudes im Bälliz (hier auf einem Bild von 1940) wurde 1967 publik gemacht.
Stadtarchiv, Fotosammlung S. Gassner

In den Neubau am Thuner Maulbeerkreisel war die Berner Kantonalbank bereits Anfang 1965 umgezogen. Im November 1967 wurde dann der Abbruch des markanten, ehemaligen Sitzes der Filiale im Bälliz publik gemacht. Wie im «Thuner Tagblatt» vom 9. November 1967 zu lesen war, sollte das Gebäude vis-à-vis dem Waisenhausplatz einem Wohn- und Geschäftshaus Platz machen.

Im selben Artikel wurde auch über den Abbruch des Gasthofs Bären im Dürrenast berichtet. Durch die Bauherrin Bier­brauerei zum Gurten AG sollten drei achtgeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 53 Wohnungen sowie ein Restaurant (heute Restaurant Morris) mit angebautem Saal erstellt werden.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte: 1.11.1967 Morgen Neueröffnung des Lebensmittelgeschäftes W. Burkhalter Bättig, vormals F. Moor. Früchte, Gemüse, Mineralwasser, Weine und Spirituosen. Untere Hauptgasse 20. 2.11.1967 Die römisch-katholische Kirchgemeinde besitzt 6138 Quadratmeter Land an der Länggasse, das für einen Kirchenbau nicht besonders günstig liegt. Die Gemeinde tauscht dieses Stück Land gegen ein gleich grosses im nordöstlichen Teil des Jolag­gutes. Die Parzellen werden als gleichwertig ausgetauscht. 4.11.1967Im überfüllten Falken-Saal sprach vor der Thuner Offiziersgesellschaft «Eichmann-Jäger» Josef Wiesenthal aus Wien über die Aufdeckung von Naziverbrechen im Zweiten Weltkrieg. 6.11.1967 Einmal mehr wird, diesmal von ärztlicher Seite, der Bau eines Hallenbads in Thun gefordert. 7.11.1967 Zum 60-jährigen Bestehen des Löschzuges bringt das «Thuner Tagblatt» einen Bildbericht. Seit Bestehen musste der Löschzug 653-mal zu Bränden ausrücken, davon allein 464-mal in den letzten 20 Jahren. 8.11.1967 Die Fahrbahnplatte der vor 75 Jahren erstellten Regiebrücke im Schwäbis wird zurzeit erneuert. Die Kosten werden je zu einem Drittel von der Eidgenossenschaft und von den Gemeinden Steffisburg und Thun übernommen. 9.11.1967 Von der Geschäftsleiter-Pensionskasse der Migros wurde das Hotel Elite und das Restaurant Sädel der Brauerei zum Gurten verpachtet. Die Direktion von Hotel und Restaurant wurde Herrn und Frau Loosli-Stengele anvertraut, die während 7 Jahren erfolgreich den Kursaal führten. 9.11.1967 Der Novembergrossmarkt wies einen sehr guten Besuch auf. Die Auffuhr: 221 Stück Grossvieh, 240 Schweine, 20 Ziegen und 19 Schafe. Die Preise: gute Kühe Fr. 2750 bis 3500, mittlere Kühe 1800 bis 2350. Ferkel per Paar 135 bis 165, 3 bis 4 Monate alte Fasel per Paar 250 bis 290, für gute Ziegen 150 bis 200, für schöne Auen 250 bis 300. 10.11.1967 Die jetzt voll in Betrieb stehende Benzinspaltanlage im Gaswerk ist die erste kontinuierlich laufende Anlage der Schweiz. 14.11.1967 «Farbzeichnungen aus dem Skizzenblock» betitelt der Thuner Grafiker Knud Jacobsen seine gegenwärtige Ausstellung in der Galerie Aarequai. Es sind allerdings mehr als nur Skizzen, es sind fertige Arbeiten. 15.11.1967Da niemand das Referendum ergriffen hat, wurde die Abtretung der Stadtkirche von der Einwohnergemeinde an die reformierte Kirchgemeinde rechtskräftig. 15.11.1967 Am 2. «Festival delle Sirene» in Vasto (Italien), von der Rai und dem Tessiner Fernsehen übertragen, nahmen Künstler aus Italien, Amerika, Schweden und Russland teil. Die einzige Schweizer Teilnehmerin, die Thunerin Esther Moser, wurde für die schönste Stimme mit der Goldmedaille ausgezeichnet. 16.11.1967 Dieser Tage wurde das neue Destillerie- und Likörfabrikationsgebäude der Grundbacher AG unter Dach gebracht. Drei Wohngeschosse mit 24 Wohnungen bilden den Wohnteil. 20.11.1967 Bei den Ausgrabungen des gallo-römischen Tempelbezirkes in Allmendingen wurde festgestellt, dass die Angaben und Pläne der Grabungen von 1926 teilweise ungenau sind. Die Funde werden heute nach den neusten Methoden vermessen. 21.11.1967 Letzten Samstag öffnete das Hotel Beau-Rivage wieder für fünf Monate das Portal, um den Tanzfreudigen während des Winterschlafs des Kursaals etwas Abwechslung zu bringen. Allerdings nur am Wochenende, oft sogar nur am Samstag. Zur Eröffnung spielten The Cleans und The Easy Child aus Bern. 23.11.1967 Die Firma Tschan hat auf dem Plätzli ein Orientteppichcenter eingerichtet. Dieses neuen Zweigs der Firma wird sich der Juniorchef Jürg Tschan annehmen. 23.11.1967 Erfreut konnten die Mitglieder des Verkehrsvereins Goldiwil vernehmen, dass Goldiwil, entgegen dem allgemeinen Trend im Oberland, 11,8 Prozent mehr Logiernächte verbuchen konnte. Weniger erhebend ist die Tatsache, dass es noch nicht gelungen ist, einen öffentlichen Parkplatz zu schaffen. 24.11.1967Die Grabungsarbeiten in und um die Stadtkirche sind so weit fortgeschritten, dass das Gelände für die Bevölkerung gesperrt werden muss. Zu gegebener Zeit werden öffentliche Führungen durchgeführt. 27.11.1967 Nachdem die neue Leichtbenzinspaltanlage im Gaswerk im Verlauf des Sommers auf ihre Funktionstüchtigkeit hatte erprobt werden können, wurde diese letzten Freitag im Beisein von Behördenvertretern aus Thun, Steffisburg, Hilterfingen und Oberhofen eingeweiht. 29.11.1967 An der Versammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Thun beschlossen die Mitglieder mit grossem Mehr die Einführung des Frauenstimmrechtes in der Kirchgemeinde. Mitte 1968 wird über den Bau der Martinskirche abgestimmt und es werden erstmals auch Frauen mitbestimmen können. 29.11.1967 Nächsten Freitag «Jazz at Midnight» im Kellertheater. Es spielt The Quintet mit Heinz Bigler (Saxofon), Umberto Arlatti (Trompete), Franz Biffiger (Klavier), Roger Pfund (Bass) und Kurt Schaufelberger (Schlagzeug). 30.11.1967Als Neueinstudierung für den kommenden Winter hat das Heimatschutztheater einen Klassiker der Mundartbühne gewählt: «Geld und Geist» von Simon Gfeller, frei gestaltet nach der Erzählung von Jeremias Gotthelf.

Quelle: Stadtarchiv Thun.

mbs

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