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Vor 50 Jahren: Neue Mode hinter spätgotischer Fassade

1968 eröffnete das neu gestaltete Modehaus Oesch an der Oberen Hauptgasse 77. Das Gebäude mit der spätgotischen Fassade ist heute über 400 Jahre alt.

Im Haus mit der Jahrzahl 1614 eröffnete vor 50 Jahren das umgebaute Modehaus Oesch. Foto: Manuel Berger
Im Haus mit der Jahrzahl 1614 eröffnete vor 50 Jahren das umgebaute Modehaus Oesch. Foto: Manuel Berger
Manuel Berger

Die im Juli 1967 gestarteten Umbauarbeiten am Modehaus Oesch, Obere Hauptgasse 77, seien mit der Inbetriebnahme der Verkaufsräume im 2. Stock abgeschlossen worden, war am 18. November 1968 im «Thuner Tagblatt» zu lesen. Das Haus sei 1614 an der damaligen Kupfergasse erbaut worden.

«Von dem vom Kupferschmied und Burgerrat Peter Tschaggeny vor mehr als 350 Jahren an der damaligen Kupfergasse erstellten stattlichen Bürgerhause konnte im Innern nicht viel in unsere Zeit hinübergerettet werden», hiess es. Die spätgotische Fassade aber, sei erhalten geblieben und fachgerecht restauriert worden. Auch die 350-jährige Balkendecke im 2. Stock sei erhalten worden. Die neu gestaltete Schaufensterpassage passe harmonisch zu der restaurierten spätgotischen Fensterfront im 1. Stock.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.11.1968 Im September meldeten sich insgesamt 18 stellenlose Personen, von denen 3 versichert waren. Total wurden 36 arbeitslose Tage kontrolliert.

2.11.1968 Im August besuchten 3312 Gäste aus dem Ausland die Stadt Thun und verzeichneten 14689 Logiernächte, während 1636 Besucher aus der Schweiz 3094 Übernachtungen verzeichneten. Die Bettenbelegung bei den 581 zur Verfügung stehenden Betten erreichte 80 Prozent.

2.11.1968 Der Zirkus Knie traf auf seiner Jubiläumstournee in Thun ein. Die Knie-Dynastie feiert ihr 165-jähriges Bestehen. Friedrich Knie, Gründer der Dynastie, wurde 1784 als Sohn des Leibarztes der Kaiserstadt Maria-Theresa in Erfurt geboren. Als Medizinstudent in Innsbruck lernte er einen Kunstreiter kennen. Sofort brach er sein Studium ab und wurde Artist. Die Knies arbeiten bereits in der sechsten Generation.

4.11.1968 Walter Gilgen gewann den 10. Thuner Waffenlauf in der Zeit von 1:53:07. 1026 Läufer nahmen am Lauf teil, an dem strömender Regen den Parcours teilweise in Morast verwandelte. Otto Budliger, der während 27 km führte, wurde von Gilgen 700 m vor dem Ziel abgefangen und stehen gelassen. Gilgen gewann bereits 1962 und war um 1:30 Minuten schneller als bei seinem ersten Sieg.

4.11.1968 Der FC Thun verlor das Cup-Spiel gegen Basel mit 1:2 Toren aufgrund von Fehlentscheiden. Beide Tore der Basler wurden aus Offside-Stellungen erzielt. Rund 4500 Zuschauer sahen das Spiel im Stadion Lachen. Das einzige Tor für den FC Thun erzielte Balmer.

5.11.1968 Nach einjähriger Umbauzeit eröffnet das Bahnhofbuffet Thun seine neuen Räume. Es handelt sich um die Zähringer- und Scherzlig-Stube, die zusammen 110 Plätze aufweisen. In den Preisen ist als wesentliche Neuerung 15 Prozent Trinkgeld inbegriffen. «Der Service gestaltet sich reibungsloser und rascher, und die Angestellten erhalten ihren gerechten Leistungslohn.»

7.11.1968 Die Stadt Thun verzeichnete im 3. Quartal eine stagnierende Einwohnerzahl. Im September zählte die Stadt Thun 25399 Einwohner, davon 3144 aus dem Ausland. Dies sind 32 mehr als am 30. Juni 1968, jedoch 70 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

9.11.1968 Im neuen kürzlich eröffneten Primarschulhaus in Einigen bei Spiez schuf Etienne Clare ein grosses Wandmosaik in der Pausenhalle. Als Thema gestaltete der Künstler die Mantelfahrt des Heiligen Beatus, der – so überliefert es die Legende – auf seinem Mantel über den Thunersee nach Einigen gekommen sei.

15.11.1968 Die in Bern verheiratete Thunerin Alice Roost gewann am Grand Prix der Schweizer Köche in Zürich wie im Vorjahr eine Bronzemedaille. Sie erreichte die Auszeichnung mit dem Gericht «Filet de porc London Style».

15.11.1968 Der November-Grossmarkt verzeichnete eine Auffuhr von 196 Stück Grossvieh, 229 Schweinen, 7 Schafen und 13 Ziegen. Gute Kühe galten Fr. 2250.– bis Fr. 2650.–, mittlere Kühe Fr. 1800.– bis 2250.–; Kleine Ferkel per Paar Fr. 110.– bis Fr. 130.–; grosse Ferkel Fr. 140.– bis Fr. 170.–; kleinere Fasel Fr. 220.– bis Fr. 250.–.

18.11.1968 Am 15. November fand im Neubau der Überbauung Lindenegg an der Schulstrasse im Dürrenast die Eröffnung des Tea-Rooms Santos statt. Leiter des Tea-Rooms ist das EhepaarLüthi, das vorher in Bern eine Bäckerei-Konditorei führte. Mit der eigenen, dem Tea-Room angegliederten Backstube stellen sie dazu noch Patisserie her.

19.11.1968In Verbindung mit der 34. «Barbara-Feier» des Artillerievereins Thun und Umgebung wurde am 16. November im Restaurant Lamm eine neue Standarte eingeweiht. Die erste Fahne stammt aus dem Jahr 1938 und konnte altershalber nicht mehr restauriert werden.

21.11.1968 Die Kleintierfreunde Thun 4 und Umgebung kauften das Nüssli-Haus von den Fett- und Ölwerken Astra und bauten es im Buchholz wieder auf. Nun dient der 37 m lange Bau mit 9 Abteilen als Kleintierheim. Die Abteile dienen den Kleintierhaltern, dazu kommt ein Bastelraum für den Vogelschutz, ein Sitzungsraum und ein Magazin für Futter und für das Ausstellungsmaterial. Das Nüssli-Haus diente der Astra als Speisesaal und Garderobe.

25.11.1968 Willi Moser, eidg. dipl. Herrencoiffeur, zeigt an, dass er am 3. Dezember 1968 an der Schulstrasse 27, Dürrenast, sein Coiffeur-Geschäft für Damen und Herren, den «Salon Moderne», eröffnet.

26.11.1968 Am 1. Mai 1953 gründeten O. Jutzeler, H. Zürcher und J. Marti die Glashandlung Marti & Co. am Aarequai in Thun. 1956 trat H. Fankhauser in den Betrieb ein. Wegen Platzmangels wechselte das Geschäft an den Frohsinnweg/Pestalozzistrasse. In der ehemaligen Tuchhandlung Stucki an der Bernstrasse wurde nun der endgültige Sitz gefunden. Im Januar wurde die letzte Bauetappe mit dem Bau einer neuen Lagerhalle abgeschlossen. Das Unternehmen ist heute in der ganzen Schweiz bekannt.

29.11.1968 Das alte Kantonalbankgebäude im Bälliz wurde fertig abgerissen. Die Skulptur des Berner Wappens, die anfangs dieses Jahrhunderts geschaffen wurde, blieb erhalten. Der Wappenstein wurde sorgfältig aus dem Mauerwerk herausgelöst und soll für eine allfällige Weiterverwendung zur Verfügung stehen.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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