Wacker am Ende abgeklärter

Wacker Thun hat im Derby gegen den BSV Bern die ersten beiden Punkte in der Saison 2019/2020 geholt. Die Oberländer gewannen in Gümligen 29:27.

Philip Holm (Wacker) überwindet den BSV-Torhüter Edin Tatar. Foto: Raphael Moser

Philip Holm (Wacker) überwindet den BSV-Torhüter Edin Tatar. Foto: Raphael Moser

Reto Pfister

Zwei gleich starke Mannschaften, trotz vieler Absenzen beiderseits eine ansehnliche Spielqualität und Spieler aus der zweiten Reihe, die eine Hauptrolle einnahmen: Das waren die wesentlichen Eckpunkte des ersten Derbys der Saison 2019/2020 zwischen dem BSV Bern und Wacker Thun.

Kein Team vermochte sich abzusetzen, immer wieder gab es Überzahl- und Unterzahlphasen, die Schiedsrichter wandten einen strengen Massstab an und hatten am Ende 14 Ausschlüsse ausgesprochen, fünf gegen die Berner und neun gegen die Thuner, die letztlich 29:27 gewannen.

Starke Nummern 2

Beim BSV Bern fiel mit dem 18-jährigen Nico Eggimann ein junger Spielmacher auf. Der ­U-19-Nationalspieler mit der Rückennummer 2 hinterliess bereits in der letzten Saison erste Duftmarken, unter anderem mit dem entscheidenden Treffer im Siebenmeterwerfen des Playoff-Viertelfinals zwischen den Bernern und St. Otmar. Eggimann scheint einen weiteren Entwicklungsschritt genommen zu ­haben; er erzielte fünf Tore und wurde zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt. «Dies ist für mich eine schöne persönliche Auszeichnung, zeigt mir, dass ich eine gute Leistung gezeigt habe», meinte er. «Letztlich ist es jedoch ein Teamsport, und wir haben keine Punkte geholt.» Die Gäste triumphierten, weil sie in den letzten zehn Minuten cleverer agierten und mehr Spielglück hatten.

Letzteres in Form von strittigen Schiedsrichterentscheidungen, die nun zu ihren Gunsten ausfielen, während Wacker zuvor Pech mit den Pfiffen der Herren Keiser und Rottmeier zu beklagen hatte. Auch die Gäste hatten eine starke Nummer 2 in ihren Reihen. Philip Holm hat schon häufiger diskrete Darbietungen gezeigt, diesmal war er hellwach und erzielte die ersten vier Wacker-Treffer, um dann in der Schlussphase seinen Beitrag zur Entscheidung zu leisten.

«Wir haben verloren, weil wir in der Schlussphase zu viele Fehler begingen», benannte Eggimann die Gründe, welche letztlich zur Niederlage geführt hatten. «Es war ein schnelles Spiel. Schliessen wir den Angriff nicht erfolgreich ab, kassieren wir kurz danach ein Gegentor.» Simon Huwyler musste bei Wacker ab der 42. Minute das Spiel von aussen verfolgen, nachdem er wegen der dritten Zweiminutenstrafe die Rote Karte sah. Der Abwehrspezialist erwähnte die Deckung seines Teams, die ohne ihn am Schluss sicher gestanden habe. «Cedric Manse hat das sehr gut gemacht», lobte Huwyler den Nachwuchsmann.

«In den letzten zehn Minuten kassierten wir nur noch zwei Tore, was sehr gut ist.» Für den Thuner Spielmacher Nicolas Suter war schliesslich ausschlaggebend, dass man die Linie nicht verloren habe. «Wir sind in der Schlussphase ruhig geblieben, das hat den Ausschlag gegeben», sagte er.

?BSV Bern - Wacker Thun 27:29 (15:14)

1037 Zuschauer. – SR Keiser/Rottmeier. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen den BSV Bern, 9-mal 2 Minuten inkl. Disqualifikation (Simon Huwyler/42.) gegen Wacker Thun.

BSV Bern: Tatar; Eggimann (5), Kaleb (7), Baumgartner (6), Getzmann (6/4), Kusio (1), Strahm (2), Rohr, Arn, Freiberg, Widmer.

Wacker Thun: Winkler/Wick; Holm (8), Felder, Dähler (2), Suter (5), Lanz (6), Wyttenbach (2/2), Friedli (3), Lüthi, Simon Huwyler, Manse (1), Stefan Huwyler, Gruber, Delhees (2).

Bemerkungen: BSV ohne Gerlich, Spinola, Mühlemann, Milosevic und Weingartner (alle verletzt), Wacker ohne Raemy, Linder und Guignet (alle verletzt).

Berner Zeitung

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