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Warum Oberländer die Fäden ziehen

Vier Parteien zählen bei der Wahlkampfleitung für die nationalen Wahlen auf Kräfte aus dem Oberland. Auch sonst sind Oberländer in Spitzenpositionen gut vertreten. Politologe Lukas Golder wagt den Versuch einer Erklärung.

«Es ist der Kern von Miliz-Arbeit, Stunden in enormer Anzahl zu investieren, aber im Gegenzug Know-how aufzubauen», sagt Politologe Lukas Golder. Foto: PD

«Es ist der Kern von Miliz-Arbeit, Stunden in enormer Anzahl zu investieren, aber im Gegenzug Know-how aufzubauen», sagt Politologe Lukas Golder. Foto: PD

Marco Zysset@zyssetli

Im Raum Thun-Berner Oberland gibt es viele Politiker, die sich auf kantonaler oder nationaler Ebene als Wahlkampfleiter engagieren. Sind diese Vertreter einer Randregion die besseren Strippenzieher – oder die Letzten, die solche Knochenjobs noch freiwillig machen?
Lukas Golder: Im Kern geht es um noch vorhandene Strukturen. Strukturen bedeuten, dass da etwas ist, an dem man sich festhalten kann; es gibt Menschen, die helfen, Strukturen zu erhalten – was bei weitem nicht allen Vereinen, Parteien oder Organisationen gelingt. Der Kanton Bern ist vielseitig und gross genug, dass es sich lohnt, gute Strukturen zu erhalten. Das zeigt sich beispielsweise in der Talent-Entwicklung von Parteien. In Kantonen wie Solothurn oder Aargau nehme ich solche Gefässe, in denen sich politische Talente entwickeln können, viel weniger wahr.

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