Zum Hauptinhalt springen

Was die Digitalisierung in Zukunft mit den Ärzten und Patienten macht

In Sachen Digitalisierung ist das Spital Thun ganz vorne mit dabei. Vor allem auch ausserhalb des Operationssaals. Doch gerade in diesem Bereich zeichnet sich in den kommenden Jahren eine spannende Entwicklung ab.

Steuerung per Bildschirm: Georg Linke kann gewisse Operationsschritte auf dem Touchscreen auslösen.
Steuerung per Bildschirm: Georg Linke kann gewisse Operationsschritte auf dem Touchscreen auslösen.
Patric Spahni
Gedämpftes blaues Licht: Dank den neuen technischen Möglichkeiten sieht das OP-Team heute mehr, wenn mithilfe der Kameratechnik operiert wird. Früher wurde das Licht im Saal völlig gelöscht.
Gedämpftes blaues Licht: Dank den neuen technischen Möglichkeiten sieht das OP-Team heute mehr, wenn mithilfe der Kameratechnik operiert wird. Früher wurde das Licht im Saal völlig gelöscht.
Patric Spahni
Zugriff auf elektronische Daten: Georg Linke studiert das Dossier seines nächsten Patienten, während im Hintergrund die Operation zu Ende geht.
Zugriff auf elektronische Daten: Georg Linke studiert das Dossier seines nächsten Patienten, während im Hintergrund die Operation zu Ende geht.
Patric Spahni
1 / 5

«In Bezug auf die allgemeine ­IT-Durchdringung kommt in der Schweiz kaum ein anderes Spital an uns heran», sagt Marie-Anne Perrot, die Kommunikationsverantwortliche der Spital STS AG. So sei Thun das einzige Spital, das in Sachen Papierlosigkeit mit der Stufe 6 von insgesamt 7 ausgezeichnet sei. Diese Vorreiterrolle gelte auch für den Operationsbereich: «Es gibt kein Spital von der Grösse Thuns, welches einen solch hohen OP-Standard hat», ergänzt Perrot.

«Es gibt kein Spital von der Grösse Thuns, welches einen solch hohen OP-Standard hat.»

Marie-Anne Perrot Kommunikationsverantwortliche Spital STS AG

Ein wichtiger Aspekt dieser Entwicklung ist die elektronische Patientenakte, auf welche die Spitalärzte rund um die Uhr und von überall her zugreifen können. Die Zeiten, als die Akte mit Röntgenbildern und Arztberichten an einem zentralen Ort abgelegt und mit dem Patienten in den Operationssaal gefahren wurde, sind definitiv vorbei.

Heute kann der Arzt die Daten während der Operation auf seinen Bildschirm holen und auch andere wichtige Informationen wie Daten und Angaben über Implantate auf dem Monitor einblenden lassen. «Solche Produkte sind je nach Hersteller sehr unterschiedlich», sagt dazu der Chefarzt Chirurgie des Spitals Thun, Georg Linke. «Es gibt Programme, die dem Chirurgen während der Operation Schritt für Schritt wichtige Informationen liefern.»

Schliesslich könne der Arzt ­jederzeit Foto- oder Videoaufnahmen der laufenden Operation machen und diese in der elektronischen Akte des Patienten ablegen: «Dies kann eine grosse Hilfe für die Assistenzärzte sein, welche den Patienten nachbetreuen», erklärt Linke.

Forschung auf Hochtouren

Auch für die Ausbildung von Ärzten seien die neuen technischen Möglichkeiten sinnvoll: «Wir können heute eine Operation ­direkt in einen anderen Raum übertragen und mit den Anwesenden kommunizieren», nennt er einen weiteren Vorteil.

Auch was das Operieren in Zukunft anbelangt, läuft die Forschung und Entwicklung auf Hochtouren: «Bald wird man die spezifischen Daten eines Patienten mit dem Kamerabild während der Operation verbinden können», erklärt Georg Linke. So sei es künftig möglich, dass der Arzt auf dem Bildschirm Angaben erhalte, wo sich beispielsweise ein gesuchter Tumor verberge.

«Es wird möglich sein, dass ich in einer anspruchsvollen Situation während einer Operation abrufen kann, was andere Ärzte machten, wenn sie sich in der gleichen Situation befunden haben wie ich.»

Georg Linke, Chefarzt Chirurgie

Noch einen Schritt weiter geht die Bündelung wissenschaftlicher Daten mit den weltweiten Erfahrungsberichten von Ärzten: «Es wird möglich sein, dass ich in einer anspruchsvollen Situation während einer Operation abrufen kann, was andere Ärzte machten, wenn sie sich in der gleichen Situation befunden haben wie ich», erklärt Georg Linke.

Der Chefarzt ist deshalb überzeugt, dass sich die Rolle der Ärzte durch die Digitalisierung in den kommenden Jahren gründlich verändern wird. Aber nicht in dem Sinne, dass künftig Roboter operieren würden: «Es geht vielmehr darum, das vorhandene Wissen besser zu nutzen und im konkreten Fall anzuwenden», präzisiert Linke. «Als Arzt darf man sich dieser Entwicklung auf keinen Fall verschliessen.»

Sicherheit wird erhöht

Auch ausserhalb des Operationssaals schreitet die Digitalisierung im Spital Thun voran: Dazu gehören die automatisierte Medikamentenabgabe zur Erhöhung der Sicherheit oder ein neues Onlineportal, welches den zuweisenden Ärzten ab kommendem Jahr die Möglichkeit gibt, ihre Patienten elektronisch für eine Untersuchung oder eine Operation anzumelden.

Deutliches Zeichen für diese Entwicklung ist auch die Ernennung von Klaus Späth zum Chief Information Officer auf Anfang 2018. Um «der fortschreitenden Digitalisierung und dem hohen Stellenwert der Informatik» Rechnung zu tragen, werde dieser neu auch in der Geschäfts­leitung Einsitz nehmen, teilte die Spital STS AG mit.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch