Thun

Weniger Krähen an den Hotspots

ThunNach einer Saison mit Uhuattrappen, Falken und gestutzen Ästen ist die Population der Saatkrähen in der Thuner Innenstadt zurückgegangen.

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«In der Stadt haben die Saatkrähen keine natürlichen Feinde», erklärt Konrad Hädener (CVP), Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun. «Für viele Gegenmassnahmen sind sie viel zu intelligent, wir können aber versuchen, ihnen das Leben in der Innenstadt etwas schwerer zu machen.»

Nach einer Saison mit Uhuattrappen, speziell zugeschnittenen Ästen, womit der Nestbau erschwert wird, und dem Einsatz von zwei Falken kann Bilanz gezogen werden: Obwohl einige der Krähen zum Nisten wieder zurückgekommen ­seien, könne ein Rückgang bei den Nestern und Krähenfamilien beobachtet werden.

Eine krähenfreie Saison

Da sein Einsatz um einige Wochen verlängert wurde, war der Falkner Ulrich Lüthi bis Ende März mit seinen beiden Tieren in den Hotspots Schwäbisallee, in der Henri-Dunant-Strasse und bei der Kreuzung Frutigen-, Innere Ring- und Seefeldstrasse unterwegs. «Seit ich im September angefangen habe, hatte man für ein paar Monate Ruhe. Man konnte unter den Bäumen durchlaufen und wurde nicht verkotet», sagt Ulrich Lüthi. Nun habe aber die Schonzeit begonnen, und einige der Krähen seien zum Brüten in die Stadt zurückgekehrt.

«In der Schwäbisallee gibt es in ungefähr fünf Bäumen Nester, und in der Henri-Dunant-Strasse sind auch wieder ein paar Saatkrähen. Rund 70 Prozent der Krähen sind aber weggeblieben, was bei einer so grossen Population ein gutes ­Resultat ist», sagt Lüthi. Der grösste Teil der Krähen aus der Schwäbisallee sei laut Ulrich Lüthi in Bäume auf dem Militärareal und an der Burgerstrasse gezogen. «So sind sie nicht mehr in der Altstadt, und in diesen Gebieten stören sie etwas weniger», sagt der Falkner. «Natürlich kann es aber auch sein, dass sie lediglich in benachbarte Bäume um­ziehen.»

«Vor einem Jahr hatten wir noch zwischen 50 und 60 Nester, jetzt sind es nur noch etwa 10.»Gemeinderat Konrad Hädener

Ob Ulrich Lüthi für eine zweite Saison mit seinen Falken unterwegs sein wird, ist noch nicht klar. «Der Einsatz der Falken war erst mal ein Versuch», sagt Konrad Hädener. «Wir werden bald Bilanz ziehen und dann sehen, ob wir Ulrich Lüthis Einsatz ab September verlängern. Insgesamt hat es sehr gut funktioniert, und so könnten wir von seiner Erfahrung profitieren.»

Attrappen bleiben

Obwohl einige Uhuattrappen Vandalen zum Opfer gefallen sind, sollen sie laut Konrad Hädener dortbleiben, wo sie sind. «Besonders in der Schwäbisallee haben wir den Eindruck erhalten, dass die Attrappen die Vögel nicht nachhaltig beeindrucken. Wir lassen sie aber in den Bäumen», sagt Hädener. Bei den beschädigten Uhuattrappen seien zwar die Materialkosten nicht gross ins Gewicht gefallen, es brauche aber jedes Mal Personalstunden.

«Für den Fall, dass zu stark an den Griffen gezogen wird, gibt es eine Sollbruchstelle, an der die Seile wieder angeknüpft werden, und wenn sie auf einen hohen Ast geworfen werden, können die Griffe mit einer Leiter wieder runtergeholt werden», sagt Hädener. «Diese Arbeiten übernehmen normalerweise Mitarbeiter des Tiefbauamtes, die sowieso unterwegs sind. Es raubt ihnen aber viel Zeit.»

Insgesamt sei die Bilanz durchzogen. «Wir wussten von anderen Gemeinden, dass nur eine Massnahme nichts nützen wird», erklärt Hädener. «Vor einem Jahr hatten wir aber noch zwischen 50 und 60 Nester, jetzt sind es nur noch etwa 10.»

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 15.04.2018, 17:28 Uhr

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