Wenn aus zwei Welten eine dritte entsteht

Mit dem Frachtraum öffnet am Samstag in Thun ein neues Co-Working-, Pop-up- und Eventlokal.

Daniel Schmid, Geschäftsleiter des Frachtraums Thun. Frachtraum Thun, das neue Co-Working, Pop-up- und Eventlokal, feiert seine Eröffnung am Samstag.

Daniel Schmid, Geschäftsleiter des Frachtraums Thun. Frachtraum Thun, das neue Co-Working, Pop-up- und Eventlokal, feiert seine Eröffnung am Samstag.

(Bild: Manuel Berger)

«Wenn du zu Hause arbeitest, lernst du keine Leute kennen», sagt Daniel Schmid. Was nach einer Binsenweisheit klingen mag, umschreibt doch kurz und treffend, weshalb in Thun mit dem Frachtraum ein neues Co-Working-, Pop-up- und Event­lokal am Samstag offiziell seine Türen öffnet. Laut Schmid, der seit Dezember das Geschäft leitet, soll der Frachtraum im Bereich dieser neuen Arbeitswelten eine Bedarfslücke schliessen. Denn im Gegensatz zu Bern gebe es in Thun noch wenig entsprechende Angebote. «Man muss den Leuten hier noch zeigen, um was es geht.»

In der alten Lagerhalle an der Seestrasse 14 stellen drei Büroräume die einzig fix verbauten Flächen dar. Zwei davon stehen zur Miete, einer soll stets frei bleiben für Sitzungen oder Workshops. Im südlichen Teil zur Strasse hin können Anbieter auf den Pop-up-Flächen mit temporären Installationen auf ihre Produkte aufmerksam machen. Doch auch im Co-Working-Bereich soll nichts von Dauer sein.

Aktuell dienen die Gerüstelemente eines Gerüstbauers aus der Region sowohl als Garderobe wie auch als Arbeitsplatz. Die Infrastruktur ist keine Werbefläche, sie selbst ist die Werbung. Im Bistrobereich wiederum sorgen aktuell drei Cateringbetriebe bei Events für das leibliche Wohl der Gäste. Platz soll es für jede Berufsgattung haben, für die Jungunternehmerin genauso wie für den Künstler oder die Handwerkerin. Entsprechend sind auch die Mietpreise an die Kunden angepasst. «Jeder soll mit seinen Ideen kommen dürfen», sagt Schmid.

Networking ist Trumpf

Aber warum einen externen Arbeitsplatz oder Büroraum mieten? Warum einen Anlass in einer Räumlichkeit buchen, wo das meiste Inventar nur provisorisch vorhanden ist? Das Zauberwort heisst Netzwerken. «Jungunternehmer sollen von den grossen Unternehmen profitieren können und umgekehrt», sagt Daniel Schmid.

So sollen neue Synergien entstehen und «aus zwei Welten eine neue dritte entstehen», wie Schmid es formuliert. Jemand, der an die Hauptversammlung seines Vereins oder zur Jubiläumsfeier seiner Firma geht, kommt so vielleicht nebenbei mit einem neuen Anbieter oder gar einer neuen Idee in Berührung. Obschon manche Anlässe im Frachtraum sich in die Nacht ziehen können, ist der Fokus klar. «Wir wollen kein Partylokal sein», sagt Daniel Schmid explizit.

Entstanden ist die Idee für den Frachtraum 2017 innerhalb der Jungen Wirtschaftskammer Thun. Vier Initianten gründeten den Trägerverein Magnet Thun+ mit dem Ziel, ein neues Leuchtturmprojekt für den Wirtschaftsstandort Thun zu realisieren. Während die Idee über die letzten zwei Jahre wuchs, fand man mit der frei gewordenen Halle an der Seestrasse 14 den geeigneten Standort.

Die Eröffnung feiert der Frachtraum Thun morgen Samstag von 11 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür. Um 13 Uhr zeigt die Kindertanzgruppe von The Yards eine Tanzshow. Nach den Ansprachen von Stadtpräsident Raphael Lanz und dem Leiter Standortförderung des Kantons Bern, Sebastian Friess, gibt Hi Jo um 14 und 16 Uhr zwei Kurzkonzerte. Thefoodstory.ch und die Kaffeekutsche sind für Speis und Trank besorgt.

Thuner Tagblatt

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