Wenn das Kleinflugzeug mit dem Armeefahrzeug kollidiert

Thun

Ein umgestürztes Armeefahrzeug, ein brennendes Flugzeug: Zum Glück handelt es sich bei diesem Szenario am Montagabend auf dem Flugplatz nur um eine Übung.

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Montagabend am Rand des Flugfeldes in Thun. Beobachter von Polizei, Feuerwehr, Air Thun, Sanität, Presse und Fotografen in gelben Westen warten auf den Beginn der Übung. Das Flugzeug brennt, als der Alarm ausgelöst wird. Als Erstes trifft der Löschzug der Feuerwehr mit rund 30 Leuten ein, bald darauf kommen vier Ambulanzen, später weitere Fahrzeuge der Feuerwehr. Alle halten in grosser Distanz zum Unfallort.

«Wenn es brennt und noch brennbare Flüssigkeit ausläuft, muss man zuerst das Feuer bekämpfen und verhindern, dass es wieder aufflammen kann», erklärt Yves Donzé, Einsatzleiter der Feuerwehr Thun und jetzt als Beobachter vor Ort, das Vorgehen. «Erst dann kann man sich dem Unfallort nähern, ohne gefährdet zu werden.»

Kurze Zeit später dann der erste Rapport zur Koordination der Helfer. Dabei geht es um Fragen wie: Was weiss man? Wer ist mit wie vielen Leuten da? Sind die Fahrzeuge so parkiert, dass die Sanität wegfahren kann? Alle Leute, die im Einsatz stehen, sind auf ihren Gilets angeschrieben. So weiss man, wer wer ist. Es wird gearbeitet – ruhig, jedoch zielstrebig. Die Verunfallten, die unter Schock stehen, werden weggeführt, die Verletzten auf Bahren weggetragen.

Beim nächsten Rapport wird der Wissensstand aktualisiert. Jetzt weiss man bereits, was vermutlich die Unfallursache war und wie viele Personen betroffen sind. Im Flugzeug befanden sich fünf, im Militärfahrzeug sieben Personen. Zwei sind tot, vier schwer und sechs leicht verletzt. Die Rega hat die Schwerverletzten bereits abgeholt.

Alarmierung verbessern

Die Übung auf dem Flugplatz Thun diente dazu, herauszufinden, ob die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen im Ernstfall klappen würde. Unter der Aufsicht des Bundesamts für Zivilluftfahrt übten Flugplatzbetreiber, Feuerwehr, Polizei, Sanität und Armee die Bewältigung eines Flugunfalls.

Welches Fazit ziehen sie zum Schluss? Aus Sicht der Polizei muss der erste Abspracherapport mit allen rascher stattfinden. «Die Alarmierung war eindeutig eine Schwachstelle. Dann muss die Kommunikation nochmals angeschaut werden. Aber gerade deshalb macht man diese Übungen, damit man Schwachstellen erkennen und dann verbessern kann», sagt Andreas Wegier, Verantwortlicher für die Aviatik bei der 200-Jahr-Feier Waffenplatz Thun im August.

Die Übung wurde auf sein Betreiben hin durchgeführt, denn auf einem kleinen Flugfeld wie in Thun sind solche nicht vorgeschrieben. Er will sicher sein, dass er bei einem Schadenfall an der 200-Jahr-Feier eine funktionierende Organisation im Rücken hat.

Thuner Tagblatt

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