Wichtige Hürde für die Erweiterung

Die Sigris­wiler ebnen den Weg für den Ausbau des Alters- und Pflegeheims Des Alpes in Merligen. Sie genehmigen die Überbauungsordnung.

Das Alters- und Pflegeheim Des Alpes in Merligen soll saniert und erweitert werden.

Das Alters- und Pflegeheim Des Alpes in Merligen soll saniert und erweitert werden.

(Bild: Patric Spahni)

Mit Freundlichkeit zum Erfolg: Nach diesem Leitsatz agierte der Sigriswiler Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom Montagabend. Den Anfang machte Finanzvorsteher Ferdinand Oehrli (SVP). «Ich möchte euch ausserordentlich freundlich begrüssen, damit ich nicht Gefahr laufe, dass ich am Ende ohne genehmigtes Budget dastehe.» Er spielte mit seiner Äusserung auf die Nachbargemeinde Oberhofen an, welche nach einer emotio­nalen Debatte die Gemeindeversammlung abbrechen musste (wir berichteten).

Damit hatte Oehrli das Eis gebrochen. Er führte kurz und knapp sowie klipp und klar durch den Zahlendschungel des Voranschlags. Er zeigte die Herausforderungen der Gemeinde auf. «Sigriswil hat ein grosses Gemeindestrassennetz.» Es betrage 170 Kilometer. «Der Unterhalt kostet», sagte Oehrli. Kleinere Gemeinden hätten da Vorteile. Insgesamt sei der Finanzhaushalt aber im Lot. «Der Handlungsspielraum ist sogar eher etwas grösser geworden.»

So seien die geplanten Investitionen von rund 10 Millionen Franken in den nächsten fünf Jahren tragbar. Im Budget 2018 geht der Gemeinderat davon aus, dass bei Aufwendungen von 25 Millionen Franken am Ende ein Plus von knapp 221 000 Franken bleibt. Die 136 anwesenden Bürger genehmigten den Voranschlag inklusive der gleich bleibenden Steueranlage von 1,72 Einheiten stillschweigend.

Weg frei für Des Alpes?

Anton Ambühl (SVP) wollte seinem Ratskollegen Oehrli in nichts nachstehen. «Ich werde mich ebenfalls in Freundlichkeit üben, damit ich meine Geschäfte durchbringe.» Schmunzeln allenthalben. Aber seine Aussage zeigte Wirkung. Eine Viertelstunde später hatte er «seine» Geschäfte in trockenen Tüchern. Einerseits ging es um die Ge­nehmigung eines Mehrwertausgleichsreglements. Darin wird festgehalten, was Landbesitzer zu bezahlen haben, sollte ihr Eigentum bei einer Umzonung an Wert zulegen. Es sind dies 35 Prozent des Mehrwertes. In der Kasse der Gemeinde landet aber nur ein kleiner Teil. Der Grossteil geht an den Kanton.

Andererseits hatte Ambühl den Bürgern das Bauprojekt beim Alters- und Pflegeheim Des Alpes in Merligen näherzubringen. «Um das Heim im historischen Gebäude weiter rentabel betreiben zu können, muss es saniert und erweitert werden.» Die Betreiberin, die Gefab-Genossenschaft, welcher unter anderem das Parkhotel Gunten gehört, habe in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ein Bauprojekt erarbeitet, sagte Ambühl. Es sieht eine Sanierung des über 100-jährigen Gebäudes sowie einen flachen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft vor. «Es geht auch um Arbeitsplätze», sagte der Gemeinderat weiter. Rund 50 Angestellte würden sich um die 35 Bewohner kümmern. Ambühls Argumente überzeugten. Die Bürger stimmten der Überbauungsordnung stillschweigend zu.

«Wir sind zufrieden, wie es ­gelaufen ist», sagte Gefab-Geschäftsführer Philemon Zwygart gestern. Das unkomplizierte Ja beweise, dass die Gefab gute Arbeit leiste. Zwygart geht davon aus, dass im Frühling das Baugesuch für das rund 7 Millionen Franken teure Vorhaben eingereicht werden kann. Anfang 2019 könnte dann der Spatenstich erfolgen. «Wir haben keinen Zeitdruck», sagte Zwygart.

Geld für besseres Licht

In Sachen Freundlichkeit wusste auch Gemeinderat Christian Tschanz (SVP) zu überzeugen. Denn die Sigriswiler muckten nicht einmal auf, als es um die Bewilligung eines Kredites für die Sanierung der Kanalisation rund um die Dorfstrasse ging. Es handelte sich dabei immerhin um 1,25 Millionen Franken. Das Vorhaben werde in zwei Etappen umgesetzt, sagte Tschanz. «Es wird zu Beeinträchtigungen führen, aber wir geben uns Mühe, eine gute Lösung für die Anwohner zu finden.»

Ebenfalls unbestritten war die Idee des Gemeinderates, die Strassenbeleuchtung auf dem ganzen Gemeindegebiet auf Vordermann zu bringen. «Wir haben ein überaltertes Flickwerk», sagte Tschanz. Nicht weniger als 14 verschiedene Lampen würden an 294 Stellen für Licht sorgen. Dank dem Ja zum Kredit von 660 000 Franken werden nun alle Laternen in den nächsten vier Jahren auf LED umgerüstet.

Thuner Tagblatt

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