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Vor 50 Jahren: Wind und Mensch setzten Strättligwald zu

Der Sturm im Frühling und die Schneise für die Autobahn liessen den Strättligwald um mehr als ein Drittel schrumpfen.

Gut erkennbar auf dieser Luftaufnahme aus dem Jahr 2015 ist, wie die A 6 durch den Strättligwald führt. Der Bau des Teilstücks sowie ein Sturm sorgten 1967 dafür, dass der Waldbestand um mehr als ein Drittel zurückging.
Gut erkennbar auf dieser Luftaufnahme aus dem Jahr 2015 ist, wie die A 6 durch den Strättligwald führt. Der Bau des Teilstücks sowie ein Sturm sorgten 1967 dafür, dass der Waldbestand um mehr als ein Drittel zurückging.
Bruno Petroni

1967 wurde der Strättligwald arg dezimiert. Wie an der ordentlichen Versammlung der Burgergemeinde Strättligen Ende Dezember bekannt wurde, verlor der Wald durch den Sturm im Frühling bis Ende November 6625 Kubikmeter Sag- und Bauholz, 1066 Kubikmeter Papierholz und 2142 Kubikmeter Brennholz. Die Menge Papier- und Brennholz entspricht 7434 Ster oder einem Holzstoss von rund 8 Kilometern Länge. Dazu kamen etwa 1000 Kubikmeter Holz aus dem Schlagen der ­Autobahnschneise. Damit verlor der Strättligwald mehr als ein Drittel seines Waldbestandes von 1958.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.12.1967: Zu Ehren von Witwe Rosa Witschi gab der Jodlerklub Thun Stadt im Restaurant Hirsbrunner ein Konzert. Rosa Witschi zog vor 40 Jahren nach Thun und war während Krisen- und Kriegszeit eine fast legendäre Persönlichkeit. Sie führte bis 1953 das Du Pont, ein Konzert­lokal, das durch die Wehrmänner in der ganzen Schweiz bekannt war.

2.12.1967: Der Abemärit von gestern wurde von grossen Scharen besucht und scheint zu einer Art Volksfest zu werden. Neben dem Einkaufen in den Geschäften kommt auch die Gemütlichkeit an den Wurstständen und in den Gaststätten zum Zug.

5.12.1967: Die Thuner Orchestergesellschaft präsentiert im Rahmen des zweiten Kammerkonzertes ein Ensemble von Weltruf. Das Ungarische Streichquartett gilt vielen Kennern als die derzeit noch immer beste Formation ihrer Art.

6.12.1967:Überall, wo das Kleintheater Bern Ionescos Schauspiel «Ein König stirbt» aufgeführt hat, war die Begeisterung grenzenlos. Nun können auch Thuner das Stück im Kellertheater sehen.

7.12.1967: Im Strassengeschoss des Hauses Hauptgasse 24 ist ­gestern Abend die Ateliergalerie eröffnet worden. Das Ehepaar Hans und Maria von Gunten (Merligen) hat aus den zum Teil alten Kellern gefällige Ausstellungsräume geschaffen. Als erste Aussteller sind der Kunstmaler Karl Schenk und die Kunsthandwerker Sam und Marianne Lehmann zu Gast.

7.12.1967: In der grossen Vorhalle zum Stadtratssaal hat der Kunstmaler Robert Schär in dreimonatiger Arbeit ein Wandbild von 4,8 mal 2,7 Metern geschaffen, das vom Künstler den Namen «Das ruhevolle menschliche Dasein» erhielt.

11.12.1967: Bei einer Stimmbeteiligung von 30,4 Prozent wurden das Budget 1968 und der Ausbau des Krematoriums deutlich angenommen. Der Kauf des Bieri-Gutes wurde ebenfalls angenommen, jedoch knapp mit 1490 Ja zu 1414 Nein.

12.12.1967: Die diesjährige Weihnachtsausstellung im Thunerhof findet vom 16. Dezember bis zum 21. Januar statt. Von den 23 Künstlern werden drei, der Plastiker Ernst Schneider und die Maler Roman Tschabold und Willy Waber, mit einer grösseren Anzahl Werken vertreten sein.

12.12.1967: Der Besitzer des Vivariums Afric, G. Künzi, wandert nach Australien aus. Die angeschlossene Zoohandlung wird ­jedoch weitergeführt. Es ist bedauernswert, dass eine solch ­einmalige Attraktion wie das ­Vivarium Afric am Mühleplatz nicht lebensfähig ist.

13.12.1967: Der Rahmenmacher und Vergolder Emil von Gunten zeigt in seiner sonst der bildenden Kunst reservierten Galerie Aarequai für einmal Arbeiten aus der eigenen Werkstatt. Von Gunten hat sich vor allem mit seinen eigenständigen Spiegeln einen Namen geschaffen.

15.12.1967: Eifrig wird am Anschluss Thuns an die Autobahn gebaut. Bei den Brücken über die Aare unterhalb der Zulgmündung und über die Kander, aber auch beim Tunnelbau unter der Allmend wird die Arbeit vorangetrieben.

19.12.1967: Nachdem die Druckerei J. Vetters Erben die letzten 10 Jahre den «Thuner Amtsanzeiger» herausgegeben hat, ist jetzt die Firma Schaer an der Reihe. Aus diesem Grund wird auch eine Anzahl Angestellte von ­Vetter zu Schaer wechseln.

20.12.1967: Die Burgergemeinde kauft von Arnold Kropf, Hotelier, das Zunfthaus Gasthof zu Metzgern. Dies auch im Bestreben, einen Beitrag zur Erhaltung der Altstadt und des unvergleichlich schönen Rathausplatzes zu leisten. Der Gasthof wird in Zukunft von einem Pächter geführt. Nennenswerte Umbauten sind vorderhand nicht vorgesehen.

21.12.1967: Ganz im Stillen hat sich in den letzten Monaten das Innere des bekannten Modehauses Luder-Rast, Bälliz 52, gewandelt. Mit der Verwendung von ­gebeiztem Holz wurde eine ­angenehme, ja gemütliche und rustikale Note erzielt.

21.12.1967:Der Kalte Märit wies einen sehr guten Besuch auf. Auf dem Krämermarkt herrschten vorweihnachtliche Stimmung und reger Marktbetrieb. Die Auffuhr: 122 Stück Grossvieh, 201 Schweine und 7 Schafe. Die Preise: gute Kühe Fr. 2750 bis 3500, mittlere Kühe 1800 bis 2350. Ferkel per Paar 135 bis 165, 3 bis 4 Monate alte Fasel per Paar 250 bis 290.

22.12.1967: Jugendliche verschiedener Organisationen haben in Zusammenarbeit mit der Frauenzentrale eine Haushalthilfe für Betagte angeboten.

26.12.1967:Eine Warmwetterfront führte dazu, dass bis zur ­Höhe von 1000 Metern die weisse Decke vom Regen weggefressen wurde und so grüne Weihnachten gefeiert werden konnte.

27.12.1967: Aus der kalifornischen Hauptstadt Sacramento erhielt die Firma Habegger den Auftrag zum Bau eines Minirail für eine permanente Ausstellung.

27.12.1967:50 Jahre ist es her, dass Hans Baur sein Bauunternehmen gründete. Vor 25 Jahren trat Hans Baur jun., dipl. Baumeister, in das Unternehmen ein, was zur Gründung der Hans Baur & Sohn AG führte.

28.12.1967: Dank der Aufmerksamkeit des Traxführers Fritz Baumann gelang es, in der Baugrube für die Molkereierweiterung im Schwäbis eindeutig ­Spuren römischer Besiedlung festzustellen.

30.12.1967: Dr. med. Hans Streuli, Spezialarzt für Chirurgie FMH, bisher an der Klosestrasse 11, ­verlegt seine Praxis an die Henri-Dunant-Strasse 5.

30.12.1967: Im Lerchenfeld (Thun 3) kann Posthalter Karl Siegenthaler, im Volksmund Postkari genannt, auf 40 Dienstjahre zurückblicken.

Quelle: Stadtarchiv Thun

mbs

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