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Wo Migrantinnen schwimmen lernen

Die Gemeinde Heimberg hat zwei neue Angebote für Migrantinnen und Migranten lanciert. Auch Einheimische profitieren vom Austausch.

Die Gemeinde Heimberg (im Vordergrund) hat zwei neue Projekte zur Integration von Asylsuchenden lanciert.
Die Gemeinde Heimberg (im Vordergrund) hat zwei neue Projekte zur Integration von Asylsuchenden lanciert.
Steve Wenger

«Die Initiative zu unseren neuen Integrationsprojekten kam aus der Bevölkerung», sagt Andrea Erni Hänni (SP). Die Gemeinderätin steht dem Ressort Soziales vor und ist zudem Vizegemeindepräsidentin. Seit September baut sie mit einem Team von Freiwilligen zwei Projekte auf, die in erster Linie der Integration von Asylsuchenden und Migrantinnen dienen sollen. «Wir wollen Menschen aus anderen Kulturkreisen, die bei ihrer Ankunft in Heimberg etwas verloren sind, abholen.» Doch nicht nur das: «Auch Einheimische können davon profitieren.»

Viel Eigeninitiative

Einerseits wird im Pavillon der reformierten Kirchgemeinde jeden Freitagmorgen von 9 bis 11 Uhr ein Frauentreff organisiert. «Frauen mit und ohne Migrationshintergrund sind hier willkommen», sagt Erni. Das Projekt, das seit zwei Monaten läuft, findet Anklang. «Zwischen 8 und 15 Frauen nehmen jeweils teil.» Engagiert ist auch eine Deutschlehrerin, die Migrantinnen in kleinen Gruppen Sprachunterricht erteilt. Das Erlernen der Sprache sei wichtig, sagt Erni.

Noch wichtiger sei es, den Frauen eine Plattform für den Austausch mit anderen zu bieten. «Viele Migrantinnen sind einsam und tun sich schwer, Kontakte zu knüpfen. Das hat mich sehr betroffen gemacht.» Beim Frauentreff ergeben sich Kontakte mit anderen Migrantinnen und Einheimischen, man hilft sich gegenseitig, etwa bei der Vermittlung von Schnupperlehren für die Kinder.

«Viele Migrantinnen sind einsam und tun sich schwer, Kontakte zu knüpfen. Das hat mich sehr betroffen gemacht.»

Andrea Erni Hänni?SP-Gemeinderätin und Vizegemeindepräsidentin

«Die Besucherinnen zeigen Eigeninitiative. Zwei Teilnehmerinnen haben vorgeschlagen, ein Weihnachtsessen zu organisieren. Wir werden versuchen, das möglich zu machen.» Erni liegt viel daran, die Treffen nicht nach einem strikten Konzept durchzuführen. «Die Frauen sollen selber bestimmen, wo ihre Bedürfnisse liegen.» Zwei Eritreerinnen etwa wünschen sich, schwimmen zu lernen. Andrea Erni vermittelte sie an eine Bekannte, die eine gute Schwimmerin ist und sich bereit erklärt hat, die Frauen zu unterstützen: «Es basiert alles auf dem Engagement von Freiwilligen. Ohne die Frauen, welche viel Zeit und Herzblut in den interkulturellen Frauentreff, den Deutschkurs und die Entwicklung des Projekts stecken, könnten die Angebote nicht realisiert werden.»

Das gilt auch für das zweite Projekt, das die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat. Dieses findet in Zusammenarbeit mit dem Verein Asyl Berner Oberland statt. «Dabei geht es um eine Art Nachbarschaftshilfe, primär für Asylsuchende», sagt Erni. «So könnten sich etwa einheimische und Asyl suchende Familien gegenseitig zum Essen einladen, oder ein Migrant könnte einen Einheimischen ins Fussballtraining begleiten.» Es bestehe über eine Sozialarbeiterin des Vereins Asyl Berner Oberland bereits Kontakt zu interessierten Familien.

Börse als nächstes Projekt

Auf privater Basis habe es bereits zuvor Anläufe zur Integration von Migranten gegeben. Vonseiten des Gemeinderates sei dies jedoch der erste Anlauf. «Es geht uns darum, generell den Zusammenhalt im Dorf zu fördern», betont Erni. Eine weitere Idee, die sie künftig verfolgen will, ist eine Art Börse für alle in Heimberg lebenden Personen, bei der Interessierte ihre Hilfe und Dienstleistungen anbieten und Hilfesuchende ihren Bedarf anbringen können.

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