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Wo Schmetterlinge und Batman miteinander singen

Musik, Spiele, sich austoben und sich schminken lassen: Das Kinderland-Open-Air auf der Thuner Lindermatte liess keine Wünsche offen.

Linard Bardill (mit Gitarre) begeistert seine jungen Fans, die mit den Händen Eselsohren machen.
Linard Bardill (mit Gitarre) begeistert seine jungen Fans, die mit den Händen Eselsohren machen.
Flavia von Gunten

«Goal!» Tristan Puello jubelt, er führt mit 3:2 gegen seine Mutter. Der 7-Jährige will seinen Vorsprung ausbauen, manövriert mit viel Geschick seine drei roten Magnetmännchen über den Holzrasen, das Spielfeld des Töggelikastens. Doch keiner Mannschaft gelingt es, den Ball in einem Tor zu versenken, und Tristans Aufmerksamkeit schwindet.

Er schielt zur Bühne, wo in wenigen Minuten die Konzerte beginnen werden. Wer auftrete, sei ihm nicht wichtig. Überhaupt wisse er nicht so genau, was er hier alles machen könne. «Wir sind mit dem Velo vorbeigefahren, haben per Zufall das Open Air entdeckt und uns spontan entschlossen, reinzuschauen», erzählt seine Mutter, Franziska Grau aus Einigen.

Umso grösser sei deshalb Tristans Neugier auf die Aktivitäten. Schlüsselanhänger basteln, Taschen bemalen oder auf einem Riesentrampolin Saltos üben – für kreative Betätigung und Bewegung ist gesorgt.

Wenige Meter neben den Holzspielkästen hat sich eine lange Schlange gebildet. Batman, Pirat oder lieber Superman? Während des Wartens überlegen sich die Kinder, mit welchem Motiv auf dem Gesicht sie den Rest des Tages verbringen wollen.

Zoe Kühne aus Thun hat sich entschieden: Der Schmetterling soll es sein, wegen ihrer Lieblingsfarben Pink und Weiss. Während Chantal Hoffmann der 7-Jährigen mit einem Schwamm die Farbe ins Gesicht tupft, kneift Zoe die Augen zusammen: «Es chutzelet!» Hoffmann stellt fest, dass die Wahl des Sujets vom Geschlecht abhängt: «Buben wählen die Monster­bemalung, Mädchen wollen lieber einen Schmetterling.»

Der Esel iaht Rätoromanisch

Plötzlich kommt Bewegung in die Warteschlange. Erste Töne von Linard Bardills erklingen von der Bühne und finden die Aufmerksamkeit der Kinder. Die Bänke vor der Bühne füllen sich rasch, wer keinen Sitzplatz mehr ergattert, setzt sich in den Rasen.

Mit Reimen wie «Was i nid weiss, weiss mini Geiss» und den dazu passenden Rhythmen animiert Bardill seine jungen Zuschauerinnen und Zuschauer zum Mitsingen und -klatschen. Der Bündner Musiker plädiert für eine Vielfalt der Sprachen, indem er einen Rätoromanisch iahenden Esel imitiert, dessen Ohren die Kinder mit Handbewegungen mimen.

Etwas abseits der Bühne eilt Pascal Koletnik aus Kerns seiner Tochter hinterher. Die 2-jährige Malea tapst zu ihrem neuen Lieblingsspiel, dem Vier gewinnt. «Das Gelände ist übersichtlich, so verliere ich meine Tochter nicht aus den Augen», lobt Koletnik. Am meisten freue er sich aber, wenn er das Strahlen in den Augen seiner Tochter sehe.

Seine einzige Kritik am Event betrifft die aus seiner Sicht mangelhafte Beschriftung der Toiletten; er habe sehr lange nach dem WC gesucht. Tristan Puello marschiert derweil zum Ausgang und setzt seinen Velohelm auf. Inzwischen ist das Konzert von Linard Bardill fertig, zum Bleiben habe er keine Zeit mehr, er müsse mit seinen neu gekauften Fidget Spinners üben.

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