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Zurück zum Ursprung

13 Wohnungen, Gewerbe- und Büroflächen, ein Restaurant und eine Bankfiliale entstehen im Falken-Gebäude im Bälliz. Ein Besuch auf der spektakulärsten Baustelle in der Thuner Innenstadt.

Marc Imboden
Fast 200 Jahre nach seiner Erstellung wird das Falken-Gebäude im Bälliz zu seinen Wurzeln zurückgeführt.
Fast 200 Jahre nach seiner Erstellung wird das Falken-Gebäude im Bälliz zu seinen Wurzeln zurückgeführt.
Marc Imboden
Der künftige Lichthof, der zurzeit noch nicht offen ist.
Der künftige Lichthof, der zurzeit noch nicht offen ist.
Marc Imboden
Das Schutzdach über dem Dach: Im obersten Stock des Jugendstilhauses wird die Haustechnik installiert.
Das Schutzdach über dem Dach: Im obersten Stock des Jugendstilhauses wird die Haustechnik installiert.
Marc Imboden
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Eine Plattform für die Bauinstallation auf der Aare. Ein riesiges Kunststoffdach über dem Gebäude zum Schutz vor Regen, Schnee und Sonne. Und der Falken selber präsentiert sich zurzeit löchrig wie ein Käse. Vom Bälliz aus sieht man auf die Aarestrasse hinüber, und von dort zurück ins Bälliz. Die sechs Bauarbeiter der Firma Helmle sind mit den Spitzarbeiten, also mit dem Aushöhlen, so gut wie fertig. Dies ist die Voraussetzung für die umfassende Sanierung des historischen Gebäudes aus dem Jahre 1835, das seit 2013 im Besitz der AEK Bank 1826 ist.

Vieles hat das Haus in den fast 200 Jahren gesehen: Es war Kino, Tanzsaal, Hotel, Restaurant und zuletzt auch ein Altersheim. Weil die gesetzlichen Vorgaben – etwa bezüglich Zimmergrösse – nicht erfüllt werden konnten, verlängerte der Kanton die Betriebsbewilligung nicht, worauf es zum Verkauf der stattlichen Liegenschaft kam. Eine «Verschandelung» der Architektur im Erdgeschoss auf der Bällizseite gehört ebenfalls zur wechselvollen Geschichte des Falken, wie es im städtischen Bauinventar heisst. Diesen Fehltritt will die neue Besitzerin so gut als möglich rückgängig machen.

Der Lichthof im Zentrum

In Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege wurde der künftige Grundriss festgelegt. So müssen beispielsweise die innere Raumstruktur und das Treppenhaus erhalten bleiben. Und das Herzstück des Gebäudes wird wieder als solches erkennbar sein: ein grosszügiger, von Jugendstilgeländern umrahmter Lichthof, in den die Besucher kommen, wenn sie den Falken durch den Haupteingang betreten.

Um zusätzlichen Raum zu gewinnen, war der Lichthof vor Jahren zugebaut worden. «Ihn zu betreten wird ein positives Erlebnis sein», sagt Peter Scheidegger, der bei der AEK die Abteilung Immobilien leitet. «Nein, das ist nicht einfach eine PR-Floskel, hier wird wirklich etwas sehr Schönes entstehen», erwidert er auf den skeptischen Blick des Journalisten. Zurzeit steht im Lichthof noch ein Baugerüst; aber mit etwas Vorstellungskraft ist Peter Scheideggers Begeisterung ohne weiteres nachvollziehbar. Auch bei der Wahl der Materialien und Farbgebung werde das Beste herausgeholt, fügt er an.

Im Erdgeschoss wird der Kundenbereich der AEK Bank eingerichtet. «Dazu wird auch eine 24-Stunden-Zone gehören, in der unsere Kunden jederzeit Zugang zu ihren Schliessfächern haben werden.» Auf dieser Etage wird es auch ein Restaurant geben mit einer Bar und einem Speisesaal, gleich neben der Aare. Wie das Restaurant heissen wird und wie die Öffnungszeiten sein werden, ist noch offen.

Fest steht hingegen, dass es von der AEK Gastro AG geführt werden wird. Im Parterre auf der Aareseite ist zudem ein ungedeckter Aussenbereich geplant, «wahrscheinlich mit einem Schatten spendenden Baum», sagt Peter Scheidegger. Im Erdgeschoss ist noch eine weitere gewerbliche Nutzung vorgesehen. Weil aber noch keine Verträge unterzeichnet sind, herrscht diesbezüglich seitens der Bank noch Stillschweigen.

Mehrere Interessenten

In den Obergeschossen entstehen Büros und 13 Wohnungen: zehn 2,5-, zwei 3,5- und eine 5,5-Zimmerwohnung, für welche die Bank bereits mehrere Interessenten hat. Zuoberst im Gebäude könnte man zurzeit den Himmel sehen, wenn das Kunststoffdach nicht wäre. «Wir sanieren auch das Dach mit einer möglichst guten Wärmedämmung, um den Energiebedarf niedrig zu halten», betont Peter Scheidegger. Dort oben wird die ganze Haustechnik eingerichtet, weil der Falken nicht unterkellert ist.

Der stolze, goldgelbe Falke mit ausgebreiteten Schwingen, der während Jahrzehnten vom obersten Balkon aus mit ins Bälliz hinunterblickte, steht zurzeit im Baubüro auf der Installationsplattform. Wenn alles rundläuft und der Umbau im Herbst 2020 beendet ist, werde auch das Wahrzeichen des Gebäudes wieder zu sehen sein, verspricht Scheidegger.

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