Thun

Zwei Thuner filmten an den Olympischen Spielen

ThunGery Gafner und Marcel Karp fingen an den Olympischen Spielen in Pyeongchang die alpinen Skifahrer mit ihren Kameras ein. Die Hürden mit Sprache und Schrift waren dabei nicht die grösste Herausforderung.

Fingen entlang der Olympiastrecken die Skifahrer ein: Marcel Karp.

Fingen entlang der Olympiastrecken die Skifahrer ein: Marcel Karp. Bild: pd

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Der Fahrer braust heran, die Kamera fängt ihn ein, schwenkt kurz mit, schon entschwindet er wieder aus dem Blickwinkel des Objektivs. Dann heisst es wieder warten. Bis nach ein, zwei Minuten der nächste von teilweise mehr als 100 Athleten die Piste den Berg hinunterrast oder elegant um die Stangen kurvt. Nein, ein Wohlfühlseminar waren die Tage zwischen dem 8. und dem 25. Februar für den Beatenberger Gery Gafner und den gebürtigen Hilterfinger Marcel Karp definitiv nicht. Als freischaffende Kameramänner standen die beiden bei den alpinen Skirennen der 23. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang am Pistenrand im Einsatz. Beinahe täglich – und unter nicht immer ganz einfachen Bedingungen.

Ausharren in grosser Kälte

Gafner und Karp arbeiteten für die TPC AG, eine Tochtergesellschaft der SRG, die im Auftrag des OBS (Olympic Broadcast Service) zum wiederholten Mal alle alpinen Wettbewerbe aufzeichnete. Was den TPC-Mitarbeitern vor die Linse kam, wurde live in die ganze Welt übertragen. Der 35-jährige Gafner und der 32-jährige Karp gehörten dabei einem 125-köpfigen Produktionsteam an, das total 42 Kameramänner und -frauen umfasste. Notabene: Genau wie alle anderen TV-Stationen rund um den Globus mussten auch SRF, RTS und RSI die von TPC gelieferten Bilder einkaufen.

Gerade in der ersten Hälfte der Winterspiele standen die Kameraleute vor zwei grossen Her­ausforderungen: einerseits der starke Wind und die tiefen Temperaturen, andererseits die daraus resultierenden Verspätungen. «Wir standen jeden Tag stundenlang bei teilweise minus 17 Grad Celsius an der Piste – auch dann, wenn wir ziemlich sicher sein konnten, dass ein Rennen wohl nicht stattfinden würde», erzählt Gery Gafner. Für den Fall der Fälle habe man sich bereithalten müssen. Um auf den teils sehr steilen Passagen den Stand nicht zu verlieren, mussten jene, die entlang der Strecke positioniert waren, Steigeisen montieren. Die hochauflösenden Kameras, die Gafner und Co. auf der Schulter trugen, wogen zwischen 8 und 10 Kilogramm – alles in allem eine grosse körperliche Herausforderung. «Manchmal war es schwierig, die Konzentration stundenlang hoch zu halten, obschon die eigentliche Arbeit ja einfach war», sagt Marcel Karp.

Zuvorkommende Südkoreaner

Bekamen es die zwei Oberländer, die regelmässig für die Thuner Filmproduktionsfirma Samcam arbeiten, überhaupt mit, wenn ein Landsmann oder eine Landsfrau in den Kampf um Edelmetall eingriff? «Am Anfang gingen die Rennen ziemlich an mir vorbei. Später habe ich sie ein wenig mitverfolgt», sagt Gafner. Mit einem Knopf an ihrer Kamera konnten sie sich die Liveübertragung auf den eigenen kleinen Bildschirm holen. «Das habe ich ein paarmal gemacht, aber jeweils nur kurz, denn ich musste ja wieder parat sein für den nächsten Fahrer», erinnert sich Karp.

Trotz gedrängtem Programm vor Ort blieb Gafner und Karp auch Zeit, um selber Ski zu fahren oder dem nahe gelegenen House of Switzerland einen Besuch abzustatten. Die beiden teilten sich ein grosszügiges, aber in der Küche spartanisch eingerichtetes Apartment. So gab es zum Beispiel nur genau zwei Trinkgläser. «Den Reiskocher haben wir letztlich nie angerührt», sagt Gafner schmunzelnd. All die Knöpfe mit koreanischen Beschriftungen seien ihnen dann doch zu suspekt gewesen. Auch sonst kamen die zwei Oberländer kaum mit der einheimischen Kultur und Bevölkerung in Berührung, da sie sich mehrheitlich unter Schweizern aufhielten. Ein paar Begegnungen gab es dennoch: «Ich habe die Südkoreaner als freundlich, zuvorkommend und engagiert erlebt», sagt Gafner – und bestätigt damit ein gängiges Klischee.

Ob Gery Gafner und Marcel Karp auch in vier Jahren wieder an Olympischen Winterspielen im Einsatz sein werden, steht noch in den Sternen. Gafner, aber auch Karp können es sich gut vorstellen. Auch dann ginge die Reise wieder in den Fernen Osten – nach Peking. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 08:32 Uhr

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