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Fulehung, der absolute Anarchist

Jean Ziegler war 1949 Hauptmann der Thuner Kadetten. Was ist aus ihm geworden? Er blickt zurück und erzählt von den Jahren dazwischen.

Jean Ziegler als Kadettenhauptmann im Jahr 1946 und heute.
Jean Ziegler als Kadettenhauptmann im Jahr 1946 und heute.
zvg

Einer der international bekanntesten Thuner Hauptmänner dürfte Jean Ziegler sein. Allerdings hiess er damals, in jenem Jahr 1949, noch Hans. 1934 ist er in Thun geboren, da aufgewachsen, und heute lebt Jean Ziegler in Russin. Er ist Soziologe und emeritierter Professor der Universität Genf. Bis 1999 war er SP-Nationalrat und von 2000 bis 2008 Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung.

Heute ist er Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats. Jean Ziegler ist Träger verschiedener Ehrendoktorwürden und internationaler Preise. 2009 ehrte ihn die Stadt Thun mit dem Thunpreis. Auch hat er zahlreiche Sachbücher und Romane geschrieben. Sein neustes Buch trägt den Titel «Ändere die Welt! Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen».

Zudem schrieb Jean Ziegler Sätze zu Ende, deren Satzanfang ihm vorgegeben waren:

  • Ich werde am Ausschiesset 2015 unbedingt versuchen, wenn ich in der Schweiz bin, dabei zu sein!
  • Für mich ist der Ausschiesset aus heutiger Sicht – bei Goethe steht der mysteriöse Satz: in Gedanken seine Wurzeln wieder in der Erde befestigen. Der Ausschiesset ist so ein (wichtiger) Moment.
  • Mein peinlichster Moment als Hauptmann war, als ich am Sonntagsdefilee rief: «Vorwärts, marsch» und niemand bewegte sich – und dies während dreier peinlicher Minuten.
  • Am meisten geprägt hat mich als Hauptmann die vielen Freundschaften, von denen einige bis heute lebendig sind.
  • Meine Kinder sind heute nicht bei den Kadetten, weil ich am äussersten Westende der Schweiz wohne.
  • Der Fulehung ist für mich der absolute Anarchist, weil er Herzöge, Könige und Stadtpräsidenten verhöhnt.
  • Der Höhepunkt jedes Ausschiessets ist für mich das Gessler-Schiessen und der Tyrannen-Mord, der heute aktueller und nötiger ist denn ja.
  • Das vergesse ich aus meiner Kadettenzeit nie: Die vielen schönen jungen Mädchen vom Kadettenball.

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