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Japans Züge

Reisen in japanischen Zügen ist abenteuerlich. Es gilt, einige ganz besondere Regeln zu befolgen.

Was ist total anders in Japan, das man nicht erwartet? Jeder kennt die Maskenmenschen oder hat schon von der Animekultur gehört, aber japanische Züge, darunter kann man sich nicht viel vorstellen. Ich wohne in Sazu-machi, einem Quartier in Chofu, eine Stadt ausserhalb Tokyos. Um zur Schule zu gelangen, muss ich zum nächsten Bahnhof laufen und mit einem Lokalzug nach Shibuya fahren.

Das Zugsystem in Japan ist sehr komplex und schnell. Es gibt Local-, Semiexpress- und Expresszüge, die alle 5 bis 10 Minuten anhalten, man braucht also nie lange zu warten. In den Zügen ist es extrem leise, niemand spricht, isst oder trinkt, fast alle sind am Handy. Es gibt auch Ruheplätze, wo man sogar das Handy ausschalten muss. Ich habe mich noch nicht richtig daran gewöhnt und so habe ich schon strenge Blicke geerntet.

Die Züge sehen aus wie U-Bahnen, Sitzplätze gibt es nur an den Aussenseiten. So spart man Platz und es können mehr Passagiere einsteigen. Falls gerade kein Zug am Bahngleis wartet, steht man nicht einfach da, nein, man stellt sich in eine Einerkolonne hinter markierte Punkte am Boden. Diese signalisieren den Ort, wo die Türe sein wird, wenn der Zug zum Stehen kommt. Diese Punkte sind äusserst präzise. Falls der Zug Verspätung haben sollte, und damit meine ich nicht 10 oder 20 Minuten sondern 2 bis 5 Minuten, kann man an einen Schalter gehen und einen Chien Shomei verlangen. Dieses Ticket entschuldigt die Verspätung des Zuges und ist als Beweis für die nicht selbstverschuldete Verspätung gedacht. Man gibt diesen seinem Chef, wenn man zu spät zur Arbeit erscheint. Ich hatte auch schon das Vergnügen einen Chien Shomei zu verlangen und meinem Lehrer abzugeben.

Das beeindruckteste allerdings ist die Rush Hour in Shinjuku. Täglich wird der am meistbesuchten Bahnhof der Welt von 1 bis 4 Millionen Menschen genutzt. Es gibt sogar Bahnangestellte, deren einzige Aufgabe es ist, Menschen in bereits volle Züge zu pressen, damit die Türen sich schliessen können. Während der Zugfahrt wird die nächste Station in Kanji, Hiraganaund Romanji angezeigt, man verpasst seine Station also nicht, wenn man etwas achtgibt.

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