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Training mit Michael Chang

Der Thuner Claude Benz sammelt am Zurich Open wertvolle Erfahrungen – in der ersten Partie ist er chancenlos gewesen.

«Wo sich Champions und Talente treffen», lautet der Slogan des Zurich Open. Die Altstars heissen zum Beispiel John McEnroe, Stefan Edberg und Jewgeni Kafelnikow, die Junioren Dimitri Bretting, Claude Benz und Daniel Berta. Während McEnroe und Konsorten früher das Publikum auf den Centercourts in New York und Wimbledon entzückten, ist die Saalsporthalle die bisher grösste Bühne für den Thuner Benz. Gegen den Argentinier Facundo Arguello wurde der 17-Jährige von rund 300 Zuschauern beobachtet und auch unterstützt. Am Ergebnis änderte der Support freilich nichts: Die Nummer 149 der Junioren-Weltrangliste unterlag dem Südamerikaner (ITF 16) in 53 Minuten 2:6, 2:6. «Nicht mein bester Match» Der auf internationaler Ebene deutlich erfahrenere Arguello verfügt bereits über ein breites Repertoire an Spielzügen und vermag das Tempo hervorragend zu variieren. Zudem bewegte er sich im gestrigen Match besser und beging deutlich weniger unerzwungene Fehler als Benz – er ist schlicht der komplettere, ausgereiftere Spieler. Arguello sei ein paar Klassen stärker als seine sonstigen Gegner, sagte Benz, «er spielt entspannter und doch aggressiver. Und vor allem bringt er auf dem Platz, was er kann – und darum geht es im Tennis.» Selber gelang dies dem Linkshänder gestern nicht. «Es war sicher nicht mein bester Match», räumte er selbstkritisch ein. Er habe es nicht geschafft, seinem Widersacher mit seinen Schlägen weh zu tun, konstatierte er enttäuscht. Wieder ein Härtetest Obwohl er klar verloren und nicht sein bestes Tennis hatte abrufen können, wirkte der Thuner nicht niedergeschlagen. «Es ist ein wichtiges Turnier für mich, weil ich sehe, was die anderen besser machen.» Und dann fügte er noch weise an: «Aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen.» Heute folgt für Benz der nächste Härtetest, trifft er doch auf Daniel Berta (Sd), die Nummer 1 der Junioren. «Ich hoffe, dass ich diesmal trotz der vielen Zuschauer befreit aufspielen kann.» Wichtige Erfahrungen sammelt der U18-Schweizer-Meister in Zürich unabhängig von den Resultaten. Im Hotel konnte er sich kurz mit dem Franzosen Henri Leconte unterhalten, vor allem aber durfte er mit dem ehemaligen Roland-Garros-Gewinner Michael Chang trainieren. Den Amerikaner erlebte Benz als ausgesprochen freundlich. Und Chang beeindruckte den Junior mit seiner Stärke, «obwohl er nicht mehr der Jüngste ist. Aber er agiert extrem abgeklärt und solid. Er verhaspelt keinen einzigen Ball.» Unbezahlbare Erlebnisse Derartige Erlebnisse sind unbezahlbar; sie können bei einem jungen Aufsteiger für einen erheblichen Motivationsschub sorgen. Claude Benz jedenfalls hat noch viel vor. Sein Saisonziel ist, sich für möglichst viele Grand-Slam-Turniere zu qualifizieren – auch wenn er anders als einst die Champions nicht auf dem Centercourt zum Einsatz käme. Adrian Ruch>

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