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Um halb zehn war er da

Der Mann, der Tania S.

Um 21.30 Uhr am Dienstagabend, dem 15.April 2008, legte sich der Täter auf dem Parkplatz hinter dem Haus an der Hessstrasse 47 im Liebefeld auf die Lauer. Er hatte ein Küchenmesser, eingewickelt in einen Pullover, dabei. Laut seinen Aussagen hatte er den Auftrag, die Exfrau seines Kollegen umzubringen. «Ich habe nicht gewusst, dass er mit Tania S. zusammen ist, er sprach immer von seiner Exfrau», sagte der Täter gestern über seinen Auftraggeber. Grund für den Auftrag sei gewesen, dass Tania S. gedroht habe, gerichtlich gegen ihren Freund (oder Exmann, wie der Täter glaubte) vorzugehen, da er ihr Geld geschuldet habe. Dieser habe befürchtet, dass sein Geschäft daran zu Grunde gehen würde. Messer weggeworfen Nachdem der Täter eine Stunde gewartet habe, sei er in die Telefonzelle beim Haus gegangen und habe den Freund angerufen. Dieser war zwecks Alibi im Kursaal am Spieltisch, dort, wo ihn die Kameras filmen konnten. «Ich wollte ihm sagen, dass ich raus aus der Sache sei, oder zumindest fragen, was nun Sache sei», sagte der Täter. Er solle noch zehn Minuten ausharren, lautete der Auftrag. Also kehrte der Täter zurück. Als Tania S. auftauchte, fragte er sie, ob sie die Exfrau seines Kollegen sei. «Sie sagte etwas wie ‹immer noch›, das reichte als Zustimmung.» Dann habe er auf sie eingestochen, bis sie sich nicht mehr bewegt habe, und sei davongerannt. Auf dem Weg zum Bahnhof Köniz wusch er sich in der Toilette des «McDonald’s» Gesicht und Hände, danach versenkte er das Messer in einem Kanalisationsschacht. Zurück zu Hause, habe er die Kleider gewechselt, sei zum Kursaal das Auto des Auftraggebers suchen und danach wieder nach Hause gegangen. «Nicht viel gedacht» «Ich habe die ganze Zeit über nicht viel gedacht. Der Freund schien so sicher, dass alles klappen würde», sagte der Täter. Erst als die Polizei auftauchte, habe er realisiert, dass er reingelegt worden sei. «Ich war überzeugt, ihm vertrauen zu können», sagte der Täter. ats>

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