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Unbedingt für den Haupttäter

Die Jugendstrafkammer hat den jugendlichen Haupttäter im «Fall Schmitten» in Abwesenheit zu 18 Monaten Freiheitsentzug unbedingt verurteilt. Sein Verschulden wurde als «sehr schwer» beurteilt.

«Der Verurteilte hat ein besonders rücksichtsloses, verwerfliches, egoistisches und gewissenloses Verhalten an den Tag gelegt», hält Jugendstrafrichter Arthur Lehmann in einer Pressemitteilung zum jüngsten Prozess im «Fall Schmitten» fest. Das Verschulden des heute knapp 22-jährigen Mannes wiege in Bezug auf alle zu beurteilenden Angelegenheiten sehr schwer. Mehrfach vergewaltigt In der Tat hatte die Jugendstrafkammer des Kantons Freiburg eine ganze Reihe von Straftaten zu bewerten, die dem damals minderjährigen jungen Mann zu Last gelegt wurde. Das Gericht hält es für erwiesen, dass er zwischen November 2005 und November 2006 zusammen mit anderen Tätern ein junges Mädchen in Rahmen von sogenannten Gang-Bang’s mehrfach vergewaltigt hat. Jeder der Jugendlichen nahm nacheinander beziehungsweise zugleich sexuelle Handlungen mit dem Opfer vor. Diese wurden teilweise per Natel gefilmt und weitergeschickt. Für die Jugendstrafkammer ist der Verurteilte der Haupttäter und Initiator der sexuellen Handlungen. «Er machte das Opfer mit Drohungen, psychischem Druck und Gewaltanwendungen gefügig», heisst es Seitens der Jugendstrafkammer. Durch die anfängliche Liebesbeziehung zwischen dem kindlichen Opfer und dem Haupttäter sei das Mädchen einem ausserordentlichen psychischen Druck ausgesetzt gewesen, der es ihm verunmöglicht habe, sich zu wehren. Verurteilt wurde der bald 22-Jährige auch wegen anderer sexueller Übergriffe auf ein Mädchen im Sommer 2005 sowie der Förderung der Prostitution in zwei anderen Fällen. Die jungen Mädchen waren aus einem Heim ausgerissen, hatten beim Täter Unterschlupf gefunden und wurden von ihm und anderen Tätern zur Prostitution gezwungen. Der Verdienst wurde unter den Beteiligten aufgeteilt. Behinderten überfallen Auch bei den beiden Übergriffen in Schmitten im Sommer 2006 gegen einen behinderten Mann befand das Gericht den Mann als schuldig, und zwar wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Unterlassung der Nothilfe und Diebstahl. Das Opfer erlitt Schläge mit der Hand sowie Fusstritte in die Brust- und Bauchgegend, beim zweiten Mal auch am Kopf. «Die Täter nahmen in Kauf, dem Opfer schwerste Verletzungen zuzufügen», heisst es im Urteil. Es sei nur dem Zufall und günstigen Umständen zu verdanken, dass der Überfalle keine schwer wiegenden Verletzungen davongetragen habe. Eine weitere Verurteilung erfolgte wegen qualifizierter Erpressung. Dies geht auf einen Überfall in der Stadt Freiburg im Herbst 2007 zurück, bei dem der Verurteilte das Opfer zusammen mit zwei anderen Männern mit einem Messer bedroht und gezwungen hat, Geld abzuheben. Letztes Verfahren Im «Fall Schmitten» wurden insgesamt vier Erwachsene und fünf Minderjährige angeklagt. Drei Erwachsene wurden im März 2008 zu Freiheitsstrafen zwischen 18 und 42 Monaten verurteilt, einer wurde freigesprochen. Gegen vier Minderjährige verhängte die Jugendstrafkammer im März 2009 erzieherische Massnahmen und bedingte Freiheitsstrafen.im/hus>

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