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Ungewohnte Spannung auf dem Trainermarkt

UnihockeyDas Trainerkarussell hat Fahrt aufgenommen. Vakant sind unter

Transfers, welche die Gemüter erhitzen, sind in Unihockeykreisen rar. Verlässt ein Akteur seinen Verein, ist der Schritt zumeist mit besseren sportlichen Perspektiven und reichlich Idealismus verbunden. Die finanziellen Reize, welche die Konkurrenz setzen kann, sind bescheiden, die Budgets der Klubs nicht halb so hoch wie jene der besten Schweizer Handballvereine. So dürften sich die Spekulationen in den nächsten Wochen vorab um die Frage drehen, ob der für AIK Stockholm skorende, die Heimkehr in Betracht ziehende Nationalspieler Emanuel Antener zum Stammverein Floorball Köniz zurückkehren, einen Rivalen berücksichtigen oder gar in Schweden verbleiben wird. Mehr Bewegung ist auf Trainerebene zu erwarten – zumindest im Kanton Bern. Wiler-Ersigen trennt sich nach sechs Meistertiteln innert sieben Jahren von Thomas Berger; der Branchenprimus will seine erfolgsgewohnten Akteure mit einem neuen Gesicht aus der Reserve locken. David Jansson, welcher in Köniz die Fäden zieht, dürfte aus beruflichen und familiären Gründen nach Schweden zurückkehren. Auch Tomas Trnavskys Kontrakt läuft aus; der bei Grünenmatt engagierte Tscheche wäre einer Luftveränderung zumindest nicht abgeneigt – «allfällige Angebote würde ich sicherlich prüfen». Dazu gesellt sich die Vakanz bei Swiss Unihockey: Gesucht wird jener Mann, welcher die Landesauswahl an der Heim-WM 2012 in den Final führen soll. Wolf vor Pokerpartie Thomas Berger bekundet derzeit «aus einem Sammelsurium von Gründen» kein Interesse am Posten des Nationalcoachs; der erfolgreichste Schweizer Trainer in der letzten Dekade wird anlässlich der Titelkämpfe 2011 (Frauen) und 2012 in der Schweiz als Geschäftsführer amten. Mark Wolf – der ehemalige Nationaltorhüter fungiert im Verband als «Chef Auswahlen» – arbeitet an einer heiklen Aufgabe. Engagiert er einen renommierten Ausländer mit Auswahlerfahrung, drohen relativ hohe Kosten, weil dieser die Herausforderung womöglich nur annimmt, sofern er das Betreuerteam selbst zusammenstellen kann. Schweizer, die nicht als Verlegenheitslösung betrachtet würden, sind dünn gesät. Die Aufgabe des Nachfolgers des abgetretenen René Berliat erscheint mindestens so schwierig wie jene Wolfs. Die Zeit drängt, der grosse Auftritt im eigenen Land naht. Schweizer Equipen benötigen laut langjährigen Eckpfeilern mehr Trainings als skandinavische, ehe sie auf die Überholspur einbiegen können. Wolf ist sich bewusst, dass das WM-Abenteuer angesichts des kurzen Vorlaufs in jedem Fall mit Risiken behaftet ist. Es stelle sich jedoch die Frage, «ob wir ‹all in› gehen oder sicherstellen, dass wir nach der WM nicht wieder von vorne beginnen müssen». Berger in der Offensive Wiler-Ersigens Sportchef Marcel Siegenthaler lässt sich nicht in die Karten blicken, hält jedoch fest, die Planung verlaufe zweigleisig, weil sie von Bergers Entscheid abhängig sei. Dem Erfolgstrainer liegt eine Offerte seines jetzigen Klubs als Nachwuchskoordinator vor. Ob er diese annehmen werde, wisse er noch nicht, sagt der Bündner, welcher auch von der Konkurrenz kontaktiert werden dürfte. Bis anhin sei diesbezüglich nichts geschehen – im Gegenteil: Berger verrät, er habe sich bei zwei Vereinen gemeldet und gefragt, wie deren Planung aussehe. Der 41-Jährige sagt, er fühle sich genügend motiviert und engagiert, um ein Mobiliar-League-Team zu übernehmen. Es ist davon auszugehen, dass er schon bald ein neues sportliches Zuhause finden wird – sofern er das will. Wie es mit Trnavsky weitergeht, steht ebenfalls in den Sternen. Vielleicht avanciert er bei Wiler-Ersigen zum Kandidaten, eventuell werden sich im Februar die Könizer bei ihm melden. Zu Verhandlungen mit Wolf wird es keinesfalls kommen – den Vertrag als Nationaltrainer Tschechiens hat der 37-Jährige unlängst um zwei Jahre verlängert.Micha Jeggeund Reto Kirchhofer>

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