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Unkorrigierte Fassung

Das Finanzdebakel bei der Sanierung des Hallenbads in Grosshöchstetten kann vorerst abgeschlossen werden. Die Stimmbürger haben den Nachkredit von 1,14 Millionen Franken genehmigt. Die Sauna wird aber nicht gebaut.

Mit Spannung wurde gestern Nachmittag in Grosshöchstetten das Abstimmungsresultat erwartet. Denn der Souverän hatte über die massive Kostenüberschreitung bei der Hallenbadsanierung zu befinden. Statt der 2007 bewilligten 4,6 Millionen Franken kostete die Sanierung schliesslich 5,7 Millionen Franken. Ein Expertenbericht beleuchtete das Debakel und kam zum Schluss: «Die Gemeinde hat einem Projekt zugestimmt, das für den vorgesehenen Kostenrahmen nicht zu haben war.» (wir berichteten) Eine Protestnote Nun haben die Stimmberechtigten in den sauren Apfel gebissen und den Nachkredit von 1,14 Millionen Franken geschluckt. Sie taten dies jedoch nur knapp: Der Nein-Stimmen-Anteil beträgt 42 Prozent. «Viele wollten mit ihrem Nein beim Gemeinderat eine Protestnote deponieren», sagt Gemeindepräsident Walter Hofer (BDP). «Nach dieser Vorgeschichte kann ich das gut nachvollziehen.» Hofer zeigt sich erleichtert, dass die Hallenbadsanierung nun doch noch «einigermassen sauber und korrekt» abgeschlossen werden kann. Denn die Rechnungen der Handwerker seien schon länger, auch ohne bewilligten Nachkredit, bezahlt worden. Gemäss Hofer können nun noch jene Arbeiten in Auftrag gegeben werden, die zurückgehalten wurden. Darunter fällt zum Beispiel das Verschliessen einiger Löcher in der Fassade des Hallenbads. Trotz der Zustimmung zum Nachkredit ist für Hofer klar: «Die Hallenbadsanierung wird immer eine unschöne Geschichte bleiben.» Auf Luxus verzichten Unschön ist nicht nur die Kostenüberschreitung sondern auch die Tatsache, dass Grosshöchstetter künftig auswärts saunieren müssen. Denn die Stimmberechtigten lehnten es ab, dass der Gemeinderat den Bau einer Sauna, beziehungsweise eines Wellnessbereichs plant. Mit einem Nein-Stimmenanteil von 81,5 Prozent fiel das Resultat deutlich aus. Bei der Abstimmung 2007 war ursprünglich vorgesehen, nicht nur das Hallenbad zu sanieren, sondern auch einen neuen Wellnessbereich zu bauen. Weil jedoch die Sanierung des maroden Hallenbad das gesprochene Geld verschlang, verzichten die Grosshöchstetter nun auf den Luxus. Gemeindepräsident Walter Hofer will der Abstimmung von 2007 trotzdem früher oder später Rechnung tragen und den Bau einer Sauna wieder auf die politische Traktandenliste setzen. Bei der Sanierung des Freibads soll das Wellnessprojekt wieder einfliessen. Juristische Schritte prüfen Die Stimmbürger haben nun zwar einen Strich unter die Hallenbadsanierung mit dem Nachkredit von 1,14 Millionen Franken gezogen. Doch damit ist das Thema in Grosshöchstetten noch lange nicht vom Tisch. Denn der Gemeinderat lässt abklären, ob gegen die Planer juristisch vorgegangen werden kann. «Sollten wir den juristischen Weg tatsächlich einschlagen, muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmen», sagt Walter Hofer. Bis zur kommenden Gemeindeversammlung am 6. Dezember will der Gemeinderat darüber informieren, zu welchen Ergebnissen die juristischen Abklärungen geführt haben. Christian LiechtiAbstimmungsresultate: Nachkredit von 1,14 Mio. Franken, 57 % Ja (553 Stimmen), 43 % Nein (406). Bau eines Wellnessbereichs: 17,5 % Ja (167), 82,5 % Nein (791). Stimmbeteiligung 41,1 Prozent. >

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