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Viele bleiben im Norden

In mancher Hinsicht speziell ist die Entwicklung bei den Wasservögeln, die im Oberland überwintern. Die seit den 1960er-Jahren regelmässig durchgeführten Zählungen belegen, dass die Bestände in den letzten Jahren stark rückläufig sind. So berichtet Hans Fritschi von Pro Natura Berner Oberland, der die Zählungen am Thuner- und Brienzersee mit organisiert, dass sich die Zahl der Wasservögel seit dem Höhepunkt in den frühen 1980er-Jahren halbiert hat. Als Hauptgrund nennt Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach die verminderte Gewässerverschmutzung. «Die stärksten Bestandesrückgänge sind am Vierwaldstättersee oder an den Oberländer Seen zu verzeichnen, also dort, wo wir quasi Brunnwasserqualität haben.» Langsamer sinken die Zahlen am Genfersee. Als weiteren Grund nennt Schmid die milderen Winter, in denen viele Wasservögel nicht mehr so weit in den Süden ziehen: Viele bleiben an der Ostsee und kommen nicht bis in die Schweiz. «Überhaupt sind Wasservögel, die hier nur überwintern, sehr flexibel», weiss Schmid. Wenn etwa in Spanien Dürre herrscht oder in der Schweiz die Seen zufrieren, können sie schnell einmal ein paar hundert Kilometer in eine andere Region ausweichen. Probleme haben aber auch Wasservögel, wenn ihre Lebensräume und Brutplätze verschwinden. So sind der Grosse Brachvogel und die Bekassine, die weite zusammenhängende Sumpfgebiete brauchen, aus der Schweiz praktisch verschwunden. Teichrohrsänger und andere Arten, die auch in kleineren Schilfbeständen brüten, können sich bisher halten – auch dank dem Schutz der letzten Feuchtgebiete. shu>

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