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Visionen in Utzenstorf

Geplant waren vier Pisten, eine für jede Windrichtung und die grösste in einer Länge von nicht weniger als drei Kilometern. Dazu kamen eine grosszügige Strasse sowie eine Eisenbahnlinie, die den Passagieren wie auch der Fracht gedient hätte. Äusserst visionär sei das Vorhaben gewesen, gab das Fernsehen gestern dem Publikum im ganzen Land mit in den Feierabend – in ihrer Reihe zum 100-Jahr-Jubiläum der hiesigen Luftfahrt berichtete die Sendung Schweiz aktuell über das Projekt eines Grossflughafens für Utzenstorf, wie es zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Region für heftige Diskussionen sorgte. Dass die Vision schliesslich nie in die Tat umgesetzt wurde, war das Verdienst der betroffenen Bauern. Ja richtig, auch aus heutiger Sicht war es ein Verdienst – daran liessen die Fernsehmacher gestern keinen Zweifel offen, auch wenn die Region damit zum vornherein auf eine reisige Investiton verzichtete. Immerhin bedeuteten die 88,5 Millionen Franken, von denen die Rede war, für die damalige Zeit astronomisch viel Geld. Aber eben, es gab diese schöne und vor allem fruchtbare Ebene, die nicht ohne Grund gemeinhin die Kornkammer des Kantons Bern geheissen wird. 132 Hektaren hätten die Landwirte für den Flughafen hergeben sollen und mit 177 Hektaren sogar noch etwas mehr Wald. In einer Zeit von Krieg und knappen Nahrungsmitteln, in der alle nur von der Anbauschlacht redeten, war ein solches Opfer für sie schlicht undenkbar. «Es hat sich gelohnt», unterstrich Lokalhistorikerin Barbara Kummer vor laufender Kamera die Meinung des modernen Utzenstorf – immerhin blieb so ein Stück Land bis in die Gegenwart erhalten, wie es in diesen Dimensionen im Mittelland kaum mehr zu finden ist. Stephan Künzi>

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