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Vom Globalen ins Lokale

Der Anlass: Gewerbeapéro im Parkhotel Schloss Hünigen in Konolfingen. Die prominente Referentin stiess auf Interesse: An die 150 Personen erschienen. Simonetta Sommaruga schaffte das Kunststück, während ihres Referats den Kontakt zum Publikum aufzunehmen und zu halten. Locker und trotzdem engagiert plauderte die SP-Ständerätin und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz über Globales und schlug den Bogen zum Lokalen. Das Thema: Simonetta Sommaruga erklärte die komplexen Verhältnisse von Wirtschaft, Politik und Finanzwelt und welche Auswirkungen die Bankenkrise hat. Sie nannte nur gerade zwei Zahlen: 2 Prozent vom Bruttosozialprodukt der USA hatten die Lehmann Brothers erwirtschaftet. 700 Prozent dagegen die UBS in der Schweiz. Das zeige, wie stark diese Bank das wirtschaftliche Gefüge der Schweiz beeinflusse. Die Referentin sparte nicht an Kritik an der Tatsache, dass UBS und CS im Notfall auf die Staatsgarantie zählen könnten. «Anders als bei euch», wandte sie sich an die Konolfinger Gewerbetreibenden. Die Reaktionen: Das Kurzreferat der Ständerätin löste Fragen aus. «Sie zeigen ein düsteres Bild der Zukunft. Wo sollen wir Gewerbler Schwerpunkte setzen?», wollte ein Zuhörer wissen. «Die Kunst wird sein, trotz Schwierigkeiten den Blick auf die Zukunft zu richten», gab sich Sommaruga zuerst philosophisch, um dann konkret zu werden: Die Betriebe sollten trotz Krise weiterhin Lernende ausbilden, und die, welche es sich leisten können, sollen sinnvoll und überlegt investieren, sagte sie. Investitionen in die Zukunft wünsche sie sich aber auch von der öffentlichen Hand. Die Wünsche: Auf die Frage, was sie von den überrissenen Boni halte, welche einige Banker einstreichen, sagte Sommaruga, sie sei eigentlich gegen staatliche Lohnvorschriften. Der Staat sollte aber flexible Lohnanteile wie Boni begrenzen. Sie wünschte auch, dass Grossbanken mehr Eigenmittel haben und sich nicht einfach auf die Staatsgarantie verlassen. Ein Zuhörer sagte: «Spare in der Zeit, so hast du in der Not. Das gilt für uns Gewerbler. Warum nicht auch für die Banken?» Laura Fehlmann>

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