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Von Beethoven bis Benjamin Britten

Camerata BernEine Uraufführung, zwei Beethoven-Sinfonien und der amerikanische Fiddler Mark O’Connor: Die Konzertsaison 2011/2012 der Camerata Bern hält Vielversprechendes bereit.

In den USA ist er ein Star – in der Schweiz kennt man ihn (noch) kaum: Mark O’Connor – Fiddler, Komponist und Pädagoge. Die Camerata Bern holt den gebürtigen Texaner zum ersten Mal in die Schweiz: Zum Abschluss der kommenden Saison – der dritten unter der künstlerischen Leitung von Antje Weithaas – präsentiert das Ensemble sein Werk «American Seasons» für Fiddle und Streicher – zusammen mit den Jahreszeiten-Konzerten von Antonio Vivaldi und Astor Piazzola («Las Cuatro Estaciones porteñas»). Der 49-Jährige, ausgebildet durch den französischen Jazzgeiger Stéphane Grappelli und den texanischen Fiddlespieler Benny Thomasson, pflegt einen ganz eigenen Kompositions-Stil – so auch im Werk «American Seasons», das an die Volksmusiktradition der «Bluegrassfiddler» aus den Bergen North Carolinas anknüpft und die «Abschnitte eines amerikanischen Lebens» zu Beginn des 21.Jahrhunderts heraufbeschwört. Klee als Inspirationsquelle Innovativ gibt sich die Camerata Bern auch mit der Auftragskomposition «Hauptweg und Nebenwege», die im April 2012 zur Aufführung kommt. Der Zürcher Komponist Martin Wettstein lässt sich dabei von Paul Klees gleichnamigem Gemälde inspirieren. Eingerahmt wird das Werk von zwei Kompositionen Beethovens (1770–1827): Ebenso viel versprechend wie das Violinkonzert (mit Antje Weithaas als Solistin) nimmt sich dabei die 8.Sinfonie aus. Zwar sind kammermusikalische Aufführungen von Beethoven-Symphonien derzeit en vogue – gut möglich aber, dass sich das Werk in der kleinen Camerata-Besetzung ganz neu hören lässt. Auch Beethovens 1.Sinfonie steht kommende Saison auf dem Programm: Das Ensemble spielt sie Ende November zusammen mit zwei Werken von Übervater Joseph Haydn (1732–1809), an dem sich Beethoven in seiner 1.Sinfonie orientierte. Zu hören ist die Ouvertüre aus der Oper «L’isola disabitata» und Haydns 2.Cellokonzert, interpretiert von Jean-Guihen Queyras. Der französische Cellist spielt mit Camerata-Leiterin Antje Weithaas im renommierten Arcanto Quartett. Bereits im ersten Abokonzert Ende Oktober wird mit der 11.Londoner Sinfonie ein Haydn-Werk aufgeführt. Das Konzert steht im Zeichen Englands und schlägt eine Brücke von Frank Bridge (1879–1941) zu dessen Schüler Benjamin Britten (1913–1976). Als Solisten in Brittens Serenade op.31 treten der deutsche Tenor Christoph Prégardien und der Berner Hornist Olivier Darbellay auf. Abschluss des Bach-Zyklus Fast schon Kultstatus hat der 2009 begonnene Bach-Zyklus mit András Schiff im Kultur-Casino. Zum Abschluss im März 2012 präsentiert der ungarische Pianist mit der Camerata Bern Bachs Klavierkonzerte BWV 1052 und 1055 (Leitung: Erich Höbarth). Mit Paul Hindemith (1895–1963) und Arthur Honegger (1892–1955) sind im Konzert zudem zwei Komponisten des 20.Jahrhunderts vertreten, die sich geradezu schwärmerisch über Bach geäussert und sich in ihren Werken immer wieder auf den Vielschreiber aus Eisenach bezogen haben. Oliver Meier>

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