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Von Rang 3 spricht niemand mehr

Der FC Basel hegt nach dem überraschenden 3:1-Sieg bei der AS Roma neue Absichten in der Champions League. FCB-Trainer Thorsten Fink und seine Spieler streben die Achtelfinals an – und stellen eine interessante Rechnung auf.

Nach dem prickelnden und tollen 3:1-Erfolg des FC Basel am Dienstagabend in der Ewigen Stadt gegen den Favoriten AS Roma hat sich die Ausgangslage bei Halbzeit der Champions-League-Gruppenphase für die Rot-Blauen schlagartig verbessert. Spieler und Trainer visieren für die letzten drei Spiele zu Hause gegen Rom und Cluj sowie bei Bayern München nun vier Punkte an – und dies tönt erst noch ziemlich realistisch, um sogar die Achtelfinals als Zweiter zu erreichen. Schikane am Flughafen So simpel kann Fussball sein. Da verliert der FC Basel die ersten beiden Gruppenspiele der Königsklasse gegen Cluj und Bayern 1:2 und reist als Tabellenletzter nach Rom. Dank einer fantastischen Mannschaftsleistung lässt er den grossen Favoriten ins Leere laufen, holt drei Punkte und, schwups, reist er als Tabellenzweiter wieder zurück in die Schweiz. Dementsprechend gelöst war die Stimmung gestern auf der Rückreise, obwohl sich die Römer bei der Abfertigung am Flughafen viel Zeit liessen und den Basler Tross eine zusätzliche Stunde warten liessen – aus Revanche über die Niederlage der AS Roma Stunden zuvor, wie das zerknirschte Flugpersonal zugab. Die FCB-Spieler hatten jedenfalls Zeit, in Ruhe die Tabelle der Gruppe E zu studieren, und der am Fuss verletzte Valentin Stocker gab preis, was die Mannschaft intern heiss diskutiert. «Mit sieben Punkten könnten wir Gruppenzweiter bleiben», sagt der Mittelfeldspieler, «und das wäre eine Sensation.» Vom dritten Platz, einst im Sommer vage als Vorgabe formuliert, spricht plötzlich niemand mehr. So schnell geht das. Stockers Plan ins Glück Valentin Stockers Punktefahrplan ins Glück sieht so aus: Ein Unentschieden im nächsten Heimspiel gegen die AS Roma am 3.November, dann drei weitere Zähler zu Hause gegen Cluj am 23.November. Macht total sieben Punkte. Bleiben parallel dazu die Bayern ihrer Favoritenrolle treu und bezwingen die Basler Konkurrenten Roma und Cluj nochmals, könnte der rotblaue Traum vom zweiten Platz wahr werden. «Sieben Punkte könnten tatsächlich reichen», rechnet auch Thorsten Fink vor, als hätte sich der FCB-Trainer mit Stocker abgesprochen. Der Deutsche wirkt trotz der Sternstunde seiner Profis nüchtern, wenn er sagt: «Wir haben ein Spiel gewonnen, mehr nicht. Es geht noch über drei Runden, wichtig ist, dass wir am Ende Zweiter sind.» Mit dem 3:1-Sieg im Olimpico-Stadion haben die Basler aber die kühnsten Erwartungen übertroffen. Nach drei Runden präsentiert sich nicht nur das Punktekonto erfreulicher als beim letzten Ritt durch die Champions League – die Wahrnehmung von aussen ist auch komplett anders als im Oktober 2008. Damals hatte der FCB null Zähler auf der Habenseite und war vom FC Barcelona mit 0:5 gedemütigt worden. Mit Entsetzen dachten viele Supporter an die nächsten Aufgaben gegen Barcelona, Donezk und Sporting Lissabon. Die Mannschaft agierte eher vorsichtig. Andere Mentalität Das Gros des Teams von 2008 – Costanzo, Zanni, Abraham, Ferati, Huggel, Chipperfield, Stocker, Streller – ist zwar noch dabei, doch entscheidend verändert hat sich die Mentalität. Der FCB sucht heute mutig die Offensive, er riskiert etwas und stützt sich dabei auf einen Trainer, der dies täglich vorlebt. Überdies nützen die Basler die Gunst der Stunde, wenn ein Gegner schwächelt. Die Gruppe mit Barcelona, Sporting Lissabon und Donezk ist höher einzustufen als der diesjährige Parcours mit Roma, Cluj und Bayern. Doch dies soll die Leistung der Basler nicht schmälern. Die Vorstellung am Dienstag in Rom war grosses Fussballkino. Eine «tolle Teamleistung» hat Stürmer Alex Frei ausgemacht, «wir haben gezeigt, dass wir auf höchstem Niveau agieren können». Nächster Stopp des FCB-Express ist am Sonntag in St. Gallen, wo es einmal mehr darum geht, den Schalter umzulegen. Gefragt sind drei Punkte in der Meisterschaft, trotz schweren Beinen und müden Köpfen. «Es wird schwierig, aber wir schaffen das wieder», sagt Fink überzeugt. «Ich habe ehrgeizige Spieler.» Marcel Rohr, Rom >

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