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Von Spiegeleiern, Flammen und Politik

Achtung, Auftritt! Peppig und virtuos reisst die Circus Federlos Band in der ThunExpo-Halle 1 die anwesende Schweizer Prominenz schier von den Hockern. Souverän und ironisch führt Michel Gammenthaler – selber Preisträger des Salzburger Stiers 2010 und Zauberkünstler – durch die Schweizer Kleinkunstgala. Damit ist die 51. Schweizer Künstlerbörse seit Mittwochabend offiziell eröffnet (vgl. Ausgabe von gestern). Achtung, Auftritt! Ganz schön frech, wie die Zürcher Rapperin Anna und ihr Gitarrist Stoffner einen irritierenden Frühling besingen. Gleichzeitig beweist die junge Dame, dass sie sich auf der Bühne zu behaupten weiss – auf ganz andere Art als ihr Vater, der Zürcher Kleinkunstpreisträger 2010, Ueli Bichsel. In seinem Zeichen steht der illustre Anlass – auch wenn er den Preis erst einen Tag später an der Preisgala vom Donnerstag in Empfang nehmen darf. Probehalber posiert er vor seiner Ehrung für die Medienleute, gemeinsam mit dem Gewinner des Innovationspreises, Martin O. Achtung, Auftritt! Michel Gammenthaler zeigt sich als Rentnerin Hedy Hegetschwiler sämtlichen Tücken des Alterns gewachsen. Dass sie nur noch deutsche Pfleger im Altersheim vorfindet, ist für Hedy klar: «Die sind vermutlich günstiger. Und die meisten haben ohnehin ein Bankkonto bei uns.» So einfach lassen sich politische Themen auf den Punkt bringen. «Als 85-jährige Frau diene ich dem Redner als Mahnmal. Dann merkt er, dass er nicht ewig Zeit hat», weiss Hedy. Achtung, Auftritt! Berns Kulturminister – Regierungsrat Bernhard Pulver – betritt die Bühne. «Als Kleinstaat ist die Schweiz prädestiniert für die Kleinkunst. Und als Kleinstadt ist Thun prädestiniert für die Künstlerbörse», hat der Politiker festgestellt. Als gewandter Redner versteht er es bestens, vom Thema Kleinkunst zur kantonalen Schulbildung zu wechseln – und die ist bekanntlich auch Geschmackssache. Achtung, Auftritt! Mit Marcel Joller-Kunz und Ueli Bichsel betritt ein Duo die Bühne der Expohalle 1, das mit seinen «Lufthunden» zu den Klassikern der Schweizer Theaterszene zählt. Mit unglaublicher Komik erobern die beiden skurrilen Figuren – der Kühlschranklieferant und der verschrobene Kellner – ihr Publikum im Sturm. Auch wenn jedem Lebensmittelinspektor das Grauen kommt, wenn er die Zubereitung des frischen Spiegeleis miterlebt – die Gäste der Kleinkunstgala verschenken ihre Herzen. Achtung, Auftritt! Das heisst es in der Pause für das Team des Messerestaurants der Toutvent AG. Nach der Darbietung «Die Lufthunde» ist dies nicht die leichteste Aufgabe. Unter freiem Himmel erwarten sie ihre Gäste und bauen als Referenz an den diesjährigen Gastkanton Graubünden Bündner Spezialitäten in ihr Buffet ein. Achtung, Auftritt! Nina Dimitri als kapriziöse Spanierin, die ihre Lieder über Herzschmerz zum Besten gibt, und eine umwerfende Silvana Gargiulo als schrullige Pianistin zeigen, dass der diesjährige Kleinkunstpreisträger nicht nur ein hervorragender Schauspieler, sondern auch erfahrener Regisseur ist. Und auch der Schweizer Comedian Michael Elsener durfte schon von den Erfahrungen Bichsels profitieren. Achtung, Auftritt! Stimmgewaltig beweist der Sankt Galler Künstler Martin O., dass er den diesjährigen Innovationspreis verdient hat. Auf die Laudatio von Nadja Sieger – der einen Hälfte von Ursus&Nadeschkin – muss Martin O. bis am nächsten Abend warten. Dafür heizen die Flames, the Swiss Fire Dancers, vor der Expohalle 1 den Galabesuchern, Künstlern und Helfern zum Abschluss nochmals ein.HeinerikaEggermann Dummermuth Die 51. Schweizer Künstlerbörse dauert von heute Freitag, 10 Uhr, bis Sonntag mit über 100 Ausschnitten aus aktuellen Kleinkunstproduktionen auf dem ThunExpo-Areal, im Hotel Freienhof, im Kleintheater Alte Oele und in der Selvehalle 6. Auf dem Waisenhausplatz präsentieren sich heute und morgen Künstler aus dem Gastkanton Graubünden. Ein Shuttlebus verkehrt zwischen den Spielorten. Tagespässe sind im «Freienhof» und bei ThunExpo erhältlich. •www.ktv.ch >

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