Zweidrittelmehrheit für Raphael Lanz

Thun

Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) ist mit 62,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Er erachtet dies als «gutes, deutliches» Resultat.

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Am Ende kam alles so, wie es gemeinhin erwartet worden war: Amtsinhaber Raphael Lanz (SVP) wurde solide wiedergewählt und startet am 1. Januar 2019 in seine dritte Legislatur als Thuner Stadtpräsident. Grosse Nervosität war kurz vor 16 Uhr im Rathaus bei den Kandidaten nicht auszumachen. Herausforderer Matthias Zellweger (parteilos) witzelte, er habe immer noch Ruhepuls. Lanz wirkte entspannt und gut gelaunt.

Dann verkündete Stadtschreiber Bruno Huwyler das Resultat: Bei einer Stimmbeteiligung von 40 Prozent erzielte Raphael Lanz 8020 oder 62,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auf 4764 oder 37,3 Prozent der Wahlzettel stand der Name Zellweger. Der alte und neue Stadtpräsident stand nach seiner Wiederwahl Red und Antwort:

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?
Raphael Lanz: Eine deutliche Mehrheit hat mich im Amt bestätigt. Es ist klar, dass man in acht Jahren nicht immer allen alles recht machen kann. In einer solchen Situation über 60 Prozent der Wähler hinter sich zu scharen, ist ein gutes Zeichen.

Was gab letztlich den Ausschlag zu Ihren Gunsten? Schwer zu sagen. Ich halte viel von ehrlicher, solider Arbeit und Verlässlichkeit. Die Stimmbevölkerung hat dies nun honoriert.

Vor acht Jahren fiel der zweite Wahlgang aus, Sie wurden still bestätigt. Vor vier Jahren waren sie sogar unbestritten. Inwiefern hat Sie diese Wahl nervös gemacht? Es war effektiv eine neue Erfahrung für mich. Dadurch ist jetzt auch die demokratische Legitimation höher. Der persönliche Zweikampf ist aber nicht etwas, das ich suche, und ich werde ihn weiterhin nicht suchen.

Ihr Herausforderer erhielt immerhin jede dritte Stimme. Werden Sie nun in Ihrer Arbeit auf seine Kritik – Stichwort «Verwalter Raphael Lanz» – eingehen? Es ist klar, dass wir in verschiedenen Bereichen noch Optimierungspotenzial haben. Man muss aber auch berücksichtigen, dass wir aktuell in einer Phase stecken, in der vieles noch nicht abgeschlossen ist. Da sind wir gefordert, dass wir das eine oder andere Projekt in vier Jahren zu einem guten Abschluss bringen.

Nach Ihrer Wiederwahl ist nun der Weg frei für eine Nationalratskandidatur im Herbst 2019? Ja, ich werde für den Nationalrat kandidieren.

Raphael Lanz im Interview. Video: gbs/ngg

Zufrieden mit seinem Ergebnis zeigte sich auch der unterlegene Matthias Zellweger (51), der von einem «Achtungserfolg» sprach. Sein Kontrahent gehöre immerhin der grössten Thuner Partei an. «Da sind die knapp 40 Prozent ein gutes Resultat für mich.»

Zellweger glaubt nicht, dass ihm primär Protestwähler die Stimme gegeben haben. Dennoch sei seine Stimmenzahl ein Fingerzeig an Lanz: «Ihm wurde heute klar gemacht, dass 5000 Leute in der Stadt politisch eine andere Meinung vertreten als er.»

Matthias Zellweger im Interview. Video: gbs/ngg

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