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Wandfluh führt jetzt die Frutigkasse

FrutigenNach 23 Jahren – zuletzt 13 Jahre als Präsident – trat Peter Allenbach als VR-Präsident der Frutigkasse zurück. Seinen Platz nimmt David Wandfluh ein. Für Spannung sorgte ein Rückweisungsantrag bei den Neuwahlen in den Verwaltungsrat.

Für einmal standen nicht die – gewohnt guten – Zahlen im Vordergrund an der Generalversammlung der Spar- und Leihkasse Frutigen (SLF), sondern der Verwaltungsrat. Nach 23 Jahren, davon 13 als Präsident, leitete Peter Allenbach (67) seine letzte Versammlung. «Ich trete altershalber zurück. Es gibt keinen anderen Grund wie etwa Unstimmigkeiten!» betonte er. In seinem kurzen Rückblick wurde das stetige, aber nicht aggressive Wachstum der SLF auf über eine Milliarde Franken Bilanzsumme aufgezeichnet – wie immer gewürzt mit Sprüchen und Anekdoten. Doch auch die ernsten und schwierigen Phasen wie die Fusion mit der Aeschi-Kasse oder der Austritt beim Regionalbanken-Verbund liess Allenbach nicht aus. Und nicht fehlen durfte seine alljährlich geäusserte Kritik an den Grossbanken respektive vor allem deren «charakterlosen Managern und Boni-Bezügern». Allenbachs Eigenschaften Gewürdigt wurde Allenbachs Tätigkeit für die Bank vom Vizepräsidenten David Wandfluh. «Eine von Peter Allenbachs Eigenschaften ist, immer dann zu gehen, wenn dies alle noch bedauern. Du wirst uns fehlen!» Er habe die anspruchsvolle VR-Tätigkeit neben Ämtern wie Präsident der Planungsregion, Gemeindepräsident von Reichenbach oder dem Grossratsmandat wahrgenommen und viel dazu beigetragen, dass das Oberländer Unternehmen heute so gesund sei. Ein Zeichen der Wertschätzung war sicher auch, dass 1905 Aktionärinnen und Aktionäre an die GV in die Sporthalle Widi in Frutigen kamen – so viele wie noch nie. Die SLF kennt zwar keine goldenen Fallschirme für die Verwaltungsräte, aber Allenbachs Leidenschaft fürs Fliegen wird dennoch befriedigt: Als Abschiedsgeschenk erhielt er einen Gutschein für einen Flug mit der historischen «Tante Ju». Ein Landwirt in den VR Doch nicht nur wegen der Verabschiedung kamen die Aktionäre, auch wegen den Neuwahlen. Alle bisherigen Verwaltungsräte ausser dem Präsidenten traten wieder an und wurden für vier Jahre bestätigt. Dann sollten noch drei neue in den Verwaltungsrat gewählt werden. Dabei gab es für die meist diskussionslos durchgeführten Versammlungen eine Überraschung, indem Dorothea Stoller einen Rückweisungsantrag stellte. «Ich habe nichts gegen die drei vorgeschlagenen Personen, aber ich stelle den Antrag, die Wahlen auf nächstes Jahr zu verschieben und einen Landwirt vorzuschlagen. Auch diese Bevölkerungsgruppe sollte im Verwaltungsrat vertreten sein.» Allenbach antwortete auf Stollers Antrag, dass mit Regierungsstatthalter Christian Rubin und ihrem eigenen Neffen David Wandfluh sehr wohl Kenner der Landwirtschaft im VR sitzen: «Streng genommen haben Sie zwar recht, denn keiner bestreitet seine Existenz nur mit der Landwirtschaft». Nach einigen Verständigungsproblemen wurde über den Antrag abgestimmt. Er erhielt 101 Stimmen; auf die Auszählung nach Aktionärsstimmen wurde bei diesem klaren Resultat verzichtet. In der Folge wurden Geschäftsfrau und BDP-Grossrätin Anita Luginbühl aus Krattigen, Unternehmer Beat Schranz aus Reichenbach und Notar/Rechtsanwalt Hans Martin Hadorn in den Verwaltungsrat gewählt. Am Abend nach der Versammlung konstituierte sich der Verwaltungsrat in seiner ersten Sitzung in neuer Zusammensetzung: Wie vorgesehen hat David Wandfluh das Präsidium übernommen, Statthalter Christian Rubin ist neu Vize-Präsident. Spiez gut angelaufen Direktor Daniel Schneiter konnte erfreuliche Geschäftszahlen vom vergangenen Jahr präsentieren (siehe Zahlenkasten). Er wies insbesondere darauf hin, dass die neue Filiale in Spiez, die das SLF-Geschäftsgebiet in den neuen Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental ausweitet, gut angelaufen sei. « Es konnten etliche neue Kunden gewonnen werden. Aktuell gibt es 4582 SLF-Aktionäre, davon sind 163 neu dazugekommen. Und die Warteliste wird immer länger.» Für 2011 wird ein Bruttogewinn von rund 7 Millionen Franken erwartet. Die Eigenmittel liegen bei 200 Prozent respektive 90 Millionen Franken. «Das ist doppelt so viel wie gesetzlich gefordert», betonte der Direktor. An Investitionen ist der Umbau und die Vergrösserung der Agentur Kandersteg vorgesehen und für Aeschi werden ebenfalls Umbaupläne geschmiedet. Hans Rudolf Schneider>

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