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Wenn der Traktor sich überschlägt

Alles sah nach einem schrecklichen Unfall mit tödlichen Folgen aus. Doch Werner Maurer, Bergbauer auf der Fluh im Elsigbach, überlebte den Sturz ohne Verletzungen. Geschehen in unserer heutigen Zeit noch Wunder?

Marlies Maurer, Sie leben «Auf der Fluh» – warum haben Sie und Ihr Mann einen so gefährlichen Wohnort ausgesucht? Ganz einfach: Es ist das elterliche Heim meines Mannes. In der Tat ist bäuerliches Leben hier für Mensch und Tier nicht ungefährlich mit den vielen steilen Hängen und der Fluh direkt hinter dem Haus. Sie haben den Unfall Ihres Sohnes vor 6 Jahren immer noch vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Warum das? Ich erlebe alles sehr intensiv. Je älter ich wurde, desto mehr Angst hatte ich beim Heuen auf der Fluh, vor allem mit den grossen Maschinen. Was und wie war geschehen damals? Wir waren am Heuen mit Traktor und Ladewagen. Ich selber habe am Strassenport eifrig «grächet u nid ahigugget» und dazu ständig gebetet: «Vater, bewahre sie.» Weil der Ladewagen und das Heugebläse viel Lärm machten, hörte ich nicht, was Werner mit dem Traktor und der Heuraupe machte. Plötzlich realisierte ich: Werner ist nicht mehr da! Wo ist er? – Da kam er zu Fuss den Hang herauf und rief: «Mutter, hast du gemerkt, was geschehen ist? Mein Traktor rutschte auf dem trockenen Heu aus, überschlug sich und landete unten am Hang wieder auf den Rädern. Ich wurde dabei hinausgeschleudert und blieb wie durch ein Wunder unverletzt!» Beim Zvieri erzählte Werner allen, was er eben erlebt hatte. Mein Mann dankte Gott für die Bewahrung. Mir liefen Tränen der Erleichterung über die Wangen. Werner selber sagte nicht viel dazu, schlief gut und war am nächsten Tag wieder am Heuen. Was sagen Sie jemandem, der Angehörige durch Krankheit oder einen Unfall verloren hat und Gott liess kein Wunder geschehen? Nicht viel. Ich nehme Anteil an ihrer Trauer und bete für sie, wenn sie es wünschen. Marlies Maurer, aus welchem Grund erzählen Sie diese Geschichte fürs Sonntagsblatt? Schlechte Meldungen nehmen einen breiten Raum in den Zeitungen ein. Gute Nachrichten sind eher selten zu finden. Deshalb freue ich mich, hier von dieser riesengrossen, göttlichen Bewahrung zu sprechen. Für mich ist damals ein Wunder geschehen. Helene MaurerMarlies Maurer und ihr Ehemann Ernst waren über 40 Jahre lang Bergbauern auf der Fluh in Achseten. Sie haben 6 Kinder und 10 Grosskinder und geniessen mittlerweile den aktiven Ruhestand. >

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