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Wenn ein Bienenvolk einen Ausflug auf ein blühendes Rapsfeld macht

KIRCHBERGWanderschuhe sucht man vergebens – es geht der Wanderbiene nämlich nicht ums Wandern, sondern um neue Standorte.

Der Verein Schweizer Wanderimker feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Saalbau Kirchberg. Nebst obligaten Zusammenkünften gab es hier interessante Fachvorträge zu hören. An einigen Ständen fand man jegliches Zubehör, das für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Biene und Züchter notwendig ist. Daneben staunte man über die Vielzahl von Gesundheitsprodukten, die aus Bienenerzeugnissen hergestellt werden. Wichtige Aufgabe Wenn Imker auf die Idee kommen, ihre Bienenkästen aus dem Häuschen zu holen und damit auf die Jurahöhen oder zu den Rapsfeldern des Oberaargaus zu fahren, hat das mehrere Gründe. Der sogenannte Wanderimker verhilft dem Rapsbesitzer dank besserer Bestäubung zu 30 Prozent mehr Ertrag, was durch eine Prämie abgegolten wird. Andererseits sparen die Bienen den langen Arbeitsweg und können umso mehr Blütenpollen und Honig herbeischaffen. Beides kommt dem Genuss und der Gesundheit des Menschen zugute. Wenn Bienen zwecks Arbeitseinsatz aufs Land fahren, kommen sie ohne grossen Komfort aus. Die ausgestellten «Ferienhäuser» sind keine Chalets, sondern grösstenteils schmucklose Styroporkästen. «Dieses Material speichert Wärme, ist stapelbar, trocken und sehr leicht», rühmt Alois Roth sein Produkt. Worauf es ankomme, sei die Inneneinrichtung. Hier finden sich nicht nur normierte Holzrahmen für die Waben, die dann mit Honig gefüllt werden sollen. Es gibt auch Abstreifvorrichtungen, die die Bienen beim Eintritt ihrer gelben Blütenstaubhöschen berauben. «Pollen oder Propolis sind heute mindestens so gefragt und kostbar wie Honig, sie bekämpfen Viren und Bakterien und stärken das Immunsystem. Ganz zu schweigen vom Gelée royal, das der Bienenkönigin zu ihrem langen Leben verhilft», weiss der Bienenzüchter und Händler. Honig kennt man seit Jahrtausenden, und das Allerweltsheilmittel ist rund um den Erdball bei Naturvölkern ebenso beliebt wie in modernen Gesellschaften. Man findet Honig nicht nur zum Essen, sondern als Likör, Grappa, Whisky, Wein und Rum. Salbe, Seife, Zahncreme, krampflösende Sportemulsion, Shampoo und Wundbalsam, alles wurde hergestellt auf Honigbasis. Es braucht einiges Auch Robert Lerch von Bienen-Meier in Künten hat sein Leben ganz dem kleinsten unserer Nutztiere verschrieben. Von der Königinnenzange, mit der diese wohl auf den Thron gesetzt wird, bis hin zum mehrfach verstellbaren Autoanhänger fürs Zügeln findet man bei ihm alles. Es braucht auch Teleskopnetze zum Einfangen von Deserteurinnen. Und einen Hut mit Schleier und armlange Handschuhe zur «Honigernte», wie man schönfärberisch umschreibt, wenn man den Bienen ihre Vorräte klaut. Dann muss man eine Honigschleuder und ein Rührgerät haben, einen Thermostat und ein Refraktometer. Und zuletzt die Gläser mit den hübschen Etiketten, die besagen, dass hier ausschliesslich einheimische Bienen am Werk waren. Gertrud Lehmann>

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